{"id":694,"date":"2020-02-06T10:52:32","date_gmt":"2020-02-06T09:52:32","guid":{"rendered":"http:\/\/bildungsgeschichte.de\/?p=694"},"modified":"2020-09-11T12:14:58","modified_gmt":"2020-09-11T10:14:58","slug":"10-17889-dipf2-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/beitrag\/694\/","title":{"rendered":"Abituraufs\u00e4tze des 19. und 20. Jahrhunderts als bildungshistorische Quellen"},"content":{"rendered":"<p>Der folgende Beitrag nimmt den deutschen Abituraufsatz als bildungshistorische Quelle in den Blick und stellt anhand eines Forschungsprojektes auch den Einbezug von (m\u00f6glichen) Verfahren aus dem Bereich der Digital Humanities dar.<\/p>\n<h1>Abituraufs\u00e4tze in der deutschen Bildungsgeschichte<\/h1>\n<p>Mit der langsamen Durchsetzung der Idee eines meritokratischen Schulwesens <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-X8JPPYKJ--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:X8JPPYKJ}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>&nbsp;&nbsp;bildeten sich auch Standardisierungen und Normierungen der Pr\u00fcfung als eine der zentralen schulischen Praktiken heraus <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-RXBCD56S--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:RXBCD56S}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Vor allem das Abitur, zuerst 1788 von Preu\u00dfen eingef\u00fchrt, gewann als Scharnierstelle zwischen h\u00f6herer Schule und Universit\u00e4t ein besonderes Gewicht.<\/p>\n<p>Eine zunehmende Verschriftlichung der Abiturpr\u00fcfungspraxis und die st\u00e4rkere Ber\u00fccksichtigung des Deutschunterrichts im Zuge eines erstarkenden Nationalismus f\u00fchrten zu stetigen Neujustierungen des muttersprachlichen Abituraufsatzes im Rahmen der Pr\u00fcfungsverordnungen.<\/p>\n<p>Die spezifische Erwartungshaltung an den Aufsatz und an die Pr\u00fcflinge war nicht eindeutig, sondern durch einen holistischen Charakter und teilweise ungekl\u00e4rte Anforderungs- und Bewertungsma\u00dfst\u00e4be, auch in Bezug auf die fachlich-disziplin\u00e4re Anbindung, gepr\u00e4gt. So wird in dem preu\u00dfischen Abiturreglement von 1834 festgeschrieben, dass jener die \u201eGesammtbildung des Examinanden [\u2026] beurkunden soll\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-YPHFAYQJ--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:YPHFAYQJ}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.<\/p>\n<p>Trotz aller Kontroversen \u00fcber den deutschen Abituraufsatz besitzt er doch eine lang andauernde \u201eBeharrungskraft\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-R4WXT3BA--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '281', 'items': '{2445049:R4WXT3BA}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, obgleich \u00fcber ihn unter der zeitgen\u00f6ssischen Philologenschaft heftig debattiert und mitunter von h\u00f6chster Order Entscheidungen intendiert wurden, wie die Rede des Kaisers Wilhelm II. bei der Schulkonferenz 1890 zeigt: \u201eWeg mit dem lateinischen Aufsatz, er st\u00f6rt uns, und wir verlieren unsere Zeit f\u00fcr das Deutsche dar\u00fcber.\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-M9PEFJBX--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '41', 'items': '{2445049:M9PEFJBX}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span><\/p>\n<p>Anhand der zu w\u00e4hlenden Aufgabenstellungen werden in den deutschen Abituraufs\u00e4tzen auch sich \u00e4ndernde Vorstellungen \u00fcber Bildung, schulisch kanonisierte Wissensgegenst\u00e4nde und der Einbezug gesellschaftlich relevanter Themen deutlich. Vergleiche der Leistungen der Abiturient*innen f\u00fcr unterschiedliche Zeitr\u00e4ume sind f\u00fcr die bildungshistorische Forschung nicht nur durch die Problematik der Notengebung, sondern auch durch variierende Notenskalen einigerma\u00dfen schwierig. Ein derzeit an der BBF | Bibliothek f\u00fcr Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF | Leibniz-Institut f\u00fcr Bildungsforschung und Bildungsinformation durchgef\u00fchrtes Forschungsprojekt zum Abituraufsatz fokussiert vorwiegend praxeologische und wissensgeschichtliche Untersuchungsinteressen und fragt unter anderem nach Funktion und Funktionsweisen von schulischen Pr\u00fcfungen und der Eigen-Logik von Abituraufgaben in ihrem jeweiligen historischem Kontext <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-JFYILPJ4--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:JFYILPJ4}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.<\/p>\n<h1>Forschungsprojekt zu Abituraufs\u00e4tzen in der Bibliothek f\u00fcr Bildungsgeschichte Forschung (BBF)<\/h1>\n<p>Das interdisziplin\u00e4re Projekt <a href=\"https:\/\/bbf.dipf.de\/de\/forschen-publizieren\/forschungsprojekte\/abiturpruefungspraxis-und-abituraufsatz-1882-bis-1972\">Abiturpr\u00fcfungspraxis und Abituraufsatz 1882 bis 1972. Wissens(re)pr\u00e4sentation in einem historisch-praxeologischen Pilotprojekt<\/a>, als interne Kooperation mit dem Informationszentrum Bildung (IZB) des DIPF und extern mit dem Institut f\u00fcr deutsche Literatur der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, wurde beim <a href=\"https:\/\/www.leibniz-gemeinschaft.de\/forschung\/leibniz-wettbewerb\/gefoerderte-vorhaben.html\">Senatsausschuss-Wettbewerb der Leibniz-Gemeinschaft<\/a> 2016 in der F\u00f6rderlinie \u201eInnovative Vorhaben\u201c ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Mit Blick auf historische Transformationsprozesse der Pr\u00fcfungspraktiken des Abiturs, vor allem des Schreibens und Bewertens des Aufsatzes, werden im historischen L\u00e4ngsschnitt die Regionen Preu\u00dfen (bzw. ehemalige preu\u00dfische Territorien) und Bayern erforscht. Angewandt werden hierf\u00fcr auch Verfahren und Analysemethoden der Digital Humanities wie Digitalisierung, Transkription und Annotation eines gro\u00dfen Bestandes von Abituraufs\u00e4tzen, der durch weitere bildungshistorische Quellen umfassend kontextualisiert und als Gesamt-Korpus in einer Virtuellen Forschungsumgebung f\u00fcr die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgehalten wird.<\/p>\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Abiturakten als Quellen der Pr\u00fcfungspraxis im Archiv der BBF<\/h1>\n\n\n\n<p>Grundlegend f\u00fcr die Arbeit im Forschungsprojekt ist der im <a href=\"https:\/\/bbf.dipf.de\/de\/die-bbf\/archiv\">Archiv der BBF<\/a> \u2013 ein \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliches, sammelndes Spezialarchiv zur Bildungsgeschichte und Bildungspraxis \u2013 deponierte Bestand von 1.687 deutschen Abituraufs\u00e4tzen eines preu\u00dfischen Gymnasiums. Den Zeitraum 1856 bis 1971 umfassend sind sie Bestandteil von Abiturpr\u00fcfungsakten einer heute am westlichen Stadtrand Berlins gelegenen Schule bzw. seiner zehn durch verschiedene Zusammenlegungen als Vorg\u00e4ngeranstalten zu definierenden h\u00f6heren Jungen- und M\u00e4dchenschulen.<\/p>\n\n\n\n<p>In unterschiedlicher, aber zumeist bemerkenswerter Vollst\u00e4ndigkeit k\u00f6nnen die Akten prinzipiell weitere Dokumente wie Pr\u00fcfungsanmeldungen, von Sch\u00fcler*innen verfasste Bildungsg\u00e4nge, Zulassungsgutachten zum Abitur, Reifepr\u00fcfungsarbeiten und -aufs\u00e4tze auch anderer F\u00e4cher und deren Bewertungen, Zeugnisduplikate und verschiedene Protokolle und Dokumentationen des Pr\u00fcfungsverfahrens beinhalten und sind durch eine \u201eBest\u00e4ndigkeit der wesentlichen Aktenelemente\u201c  <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-3R46J8KL--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '142', 'items': '{2445049:3R46J8KL}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>  gekennzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Erweiterung des Quellenkorpus und Digitalisierung<\/h1>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nregional-vergleichende Untersuchungen wurden weitere Quellenbest\u00e4nde aus Bayern\nermittelt, wo \u2013 anders als in Preu\u00dfen \u2013 Formen zentraler Pr\u00fcfungen eingef\u00fchrt\nwurden. Bei Recherchen in Staats-, Landes-, Stadt- und Schularchiven fanden\nsich zwar wiederholt vereinzelte Abituraufs\u00e4tze, angestrebt war jedoch ein\nerg\u00e4nzendes Korpus aus m\u00f6glichst umfangreichen Klassens\u00e4tzen und mehreren Jahrg\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von zwei\nbayerischen Gymnasien in Bayreuth und Straubing liegen nunmehr entsprechende Aufs\u00e4tze\nals digitale Daten vor. <\/p>\n\n\n\n\n\n<p>Der physische Bestand von deutschen Abituraufs\u00e4tzen des preu\u00dfischen bzw. Westberliner Gymnasiums wurde nach einer Retrokonversion des Archivguts als Einzel-Blatts-Scans digitalisiert. Wie auch jene aus Bayern wurden sie mit bibliographischen Metadaten versehen und werden \u00fcber das digitale Textarchiv <a href=\"https:\/\/goobiweb.bbf.dipf.de\/viewer\/index\/\">Scripta Paedagogica Online<\/a> (SPO) zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><th colspan=\"4\" align=\"center\">Digitalisierte Abituraufs\u00e4tze<\/th><\/tr><tr><td>Zeitraum   <\/td><td>Berlin<\/td><td>Bayreuth<\/td><td>Straubing<\/td><\/tr><tr><td>1893   \u2013 1918<\/td><td>56<\/td><td>156<\/td><td>&#8211;<\/td><\/tr><tr><td>1919   \u2013 1932<\/td><td>249<\/td><td>6<\/td><td>&#8211;<\/td><\/tr><tr><td>1933   \u2013 1945<\/td><td>195<\/td><td>66<\/td><td>&#8211;<\/td><\/tr><tr><td>1946   \u2013 1971<\/td><td>1.187<\/td><td>85<\/td><td>408<\/td><\/tr><tr><td><strong>Gesamt: 2.408<\/strong><\/td><td><strong>1.687<\/strong><\/td><td><strong>313<\/strong><\/td><td><strong>408<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Transkription eines Teilbestandes von Abituraufs\u00e4tzen<\/h1>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Forschungsprojekt wurde ein Teilbestand der Abituraufs\u00e4tze transkribiert. Auswahlkriterien hierf\u00fcr waren eine besondere Eignung durch gro\u00dfe Klassens\u00e4tze und ein zeitlicher Abstand von etwa f\u00fcnf Jahren. Als mittlerweile etablierter Standard in den Geisteswissenschaften erfolgte eine Orientierung an den <a href=\"https:\/\/tei-c.org\/\">TEI-Richtlinien<\/a> und die Verwendung des Programms Oxygen XML Editor 18.1. <\/p>\n\n\n\n<p>Unter Beibehalt der originalen Orthographie und Zeichensetzung wurde\nim Sinne einer diplomatischen Transkription vorlagengetreu vorgegangen und auch\nHervorhebungen im Text, Text\u00e4nderungen durch die Sch\u00fcler*innen (wie L\u00f6schungen\noder Einf\u00fcgungen) sowie Korrekturen und Beurteilungen durch die Lehrpersonen\nber\u00fccksichtigt. Hierf\u00fcr wurden einheitliche Transkriptionsrichtlinien\nvereinbart, f\u00fcr die Korrekturzeichen Konkordanzlisten und f\u00fcr die teilweise\nvorgenommene Anonymisierung zufallsgenerierte IDs erstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl auf Ebene der Klassens\u00e4tze als auch f\u00fcr die einzelnen Aufs\u00e4tze\ndarin wurden Metadaten erfasst. Neben Pr\u00fcfungsdatum, -thema und -bewertung\nwurden auch Angaben zur Grundschrift (z.B. Kurrent oder Latein), zu Schrift-\nund Korrekturfarben, zu Auff\u00e4lligkeiten im Text, zum Papier und zu den\nm\u00f6glichweise verwendeten Hilfsmitteln vermerkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt konnten 372 Abituraufs\u00e4tze aus dem Untersuchungszeitraum mit Fokus auf Berlin transkribiert werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><th colspan=\"3\" align=\"center\">\n  Transkribierte Abituraufs\u00e4tze\n  <\/th><\/tr><tr><td>\n  Zeitraum\n  <\/td><td>\n  Berlin\n  <\/td><td>\n  Straubing\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  1893\n  \u2013 1918\n  <\/td><td>\n  35\n  <\/td><td>\n  &#8211;\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  1919\n  \u2013 1932\n  <\/td><td>\n  13\n  <\/td><td>\n  &#8211;\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  1933\n  \u2013 1945\n  <\/td><td>\n  36\n  <\/td><td>\n  &#8211;\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  1946\n  \u2013 1971\n  <\/td><td>\n  230\n  <\/td><td>\n  28\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  <strong>Gesamt: 342<\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>314<\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>28<\/strong>\n  <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Virtuelle Forschungsumgebung (VFU) f\u00fcr die wissenschaftliche Nachnutzung<\/h1>\n\n\n\n<p>Die\nVirtuelle Forschungsumgebung (VFU) <a href=\"https:\/\/www.dipf.de\/de\/forschung\/projektarchiv\/semantic%20CorA\">Semantic\nCoraA<\/a>, ein kollaboratives Web-2.0-Werkzeug auf der Basis von Semantic\nMediaWiki (SMW), wurde iterativ dem bildungshistorischen Projekt angepasst. <\/p>\n\n\n\n<p>Die VFU dient zun\u00e4chst der langfristigen Archivierung des zusammengestellten Korpus von Aufs\u00e4tzen, der entsprechenden Metadaten und der Verkn\u00fcpfung mit weiteren kontextualisierenden Quellen in Form von Bibliographien (Verordnungen &amp; Ratgeber) und Sammlungen (Abituraufgabenstellungen &amp; Schuljahresberichte) den Untersuchungszeitraum umfassend und teilweise dar\u00fcber hinausgehend. Als Forschungsinfrastruktur soll sie eine wissenschaftliche Nachnutzung erm\u00f6glichen \u2013 nicht nur f\u00fcr genuin bildungshistorische Fragestellungen, sondern es ist durchaus auch die Aussch\u00f6pfung der Ressourcen f\u00fcr Forschungsinteressen aus den linguistischen, fachdidaktischen und anderen Disziplinen perspektivisch denkbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle 1.687 digitalisierten\nAbituraufs\u00e4tze sind \u00fcber eine URN mit den Scans auf SPO bzw. mit den\nTranskriptionen in der VFU verlinkt. Verschiedene Optionen von\nbenutzerdefinierten Abfragen und Annotationsm\u00f6glichkeiten werden derzeit\ngetestet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Abitur wurde zunehmend juristisch geregelt und durch entsprechende Gesetzestexte publik gemacht. Unter den Bibliographien ist daher jene mit 900 Verordnungen und -gesetzen, die im weitesten Sinne die Hinf\u00fchrung zum und die Durchf\u00fchrung des Abiturs in den Regionen Preu\u00dfen und Bayern regulierten, sehr umfangreich und breit aufgestellt; wohingegen eine Auswahlbibliographie zur Geschichte des Abiturs als Pr\u00fcfung, zum Deutschaufsatz und zur Schulgeschichte des h\u00f6heren Schulwesens eine kleinere Anthologie relevanter Forschungsliteratur beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>In der VFU\nsind weiterhin zwei Bibliographien aus dem Genre der Ratgeberliteratur\neingepflegt: zum einen (Eltern-)Ratgeber, die die zeitgen\u00f6ssischen h\u00f6heren\nSchulen, institutionellen \u00dcbergangsentscheidungen und den Begriff der \u2018Reife\u2019 thematisieren,\nund zum anderen Sch\u00fcler*innen adressierende Interpretationshilfen, die in der\nVorbereitung auf das Deutschabitur, insbesondere im Umgang mit den \u201eKlassikern\u201c\nder deutschen Literatur, dienen sollen und durch die Ber\u00fccksichtigung bekannter\nReihen L\u00e4ngsschnittvergleiche erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 687 Abituraufgabenstellungen des digitalisierten Quellenbestandes wurden nach Themen, Literaturbez\u00fcgen und  anderen Kategorien untersucht. Die gesamte Sammlung umfasst derzeit 1.670 Themenstellungen aus 13 Schulen von 7 St\u00e4dten in Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Niedersachsen sowie aus Berlin und bietet demnach noch Potentiale f\u00fcr weitere Auswertungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Von den Schuljahresberichten, die der staatlichen Schulhoheit entsprechend von h\u00f6heren Schulen in Preu\u00dfen ab 1825 einmal j\u00e4hrlich f\u00fcr die Schulverwaltungen anzufertigen waren  <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-X8JPPYKJ--wp694 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '94', 'items': '{2445049:X8JPPYKJ}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> , befinden sich jene f\u00fcr das Berliner Gymnasium gerade im Digitalisierungsprozess. In der VFU werden sie dann mit den entsprechenden Abiturjahrg\u00e4ngen verkn\u00fcpft und sind als Bilddateien via SPO einsehbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussbemerkung<\/h2>\n\n\n\n<p> Der Zugang zur Virtuellen Forschungsumgebung wie auch zu den Digitalisaten auf SPO ist derzeit nur \u00fcber einen gesch\u00fctzten Zugang f\u00fcr Projektmitarbeiter*innen zug\u00e4nglich. Nach Abschluss des Forschungsprojektes k\u00f6nnen die Abituraufs\u00e4tze, die kontextualisierenden Quellen bzw. Bibliographien und Sammlungen gem\u00e4\u00df entsprechendem Antrag auf Schutzfristverk\u00fcrzung beim Archiv der BBF zu wissenschaftlichen Zwecken nachgenutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In diesem Artikel verwendete Literatur<\/h2>\n\n\n\n\n<div id='zp-InTextBib-zotpress-1917a0029bb1635f7002c0aaf462ef4e' class='zp-Zotpress zp-Zotpress-InTextBib wp-block-group zp-Post-694'>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ITEM_KEY ZP_ATTR\">{2445049:X8JPPYKJ};{2445049:RXBCD56S};{2445049:YPHFAYQJ};{2445049:R4WXT3BA};{2445049:M9PEFJBX};{2445049:JFYILPJ4};{2445049:3R46J8KL};{2445049:X8JPPYKJ}<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_STYLE ZP_ATTR\">apa<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SORTBY ZP_ATTR\">creator<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ORDER ZP_ATTR\">asc<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_TITLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWIMAGE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWTAGS ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_DOWNLOADABLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_NOTES ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ABSTRACT ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_CITEABLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_TARGET ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_URLWRAP ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_FORCENUM ZP_ATTR\">0<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_HIGHLIGHT ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_POSTID ZP_ATTR\">694<\/span><div class='zp-List loading'>\n<div class=\"zp-SEO-Content\"><\/div><!-- .zp-zp-SEO-Content -->\n<\/div><!-- .zp-List --><\/div><!--.zp-Zotpress-->\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag nimmt den deutschen Abituraufsatz als bildungshistorische Quelle in den Blick und stellt den Einbezug von m\u00f6glichen Verfahren aus dem Bereich der Digital Humanities dar.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":792,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,5],"tags":[],"class_list":["post-694","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kuratierte-sammlung","category-quellen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=694"}],"version-history":[{"count":52,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/694\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5188,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/694\/revisions\/5188"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}