{"id":5735,"date":"2026-03-19T14:15:19","date_gmt":"2026-03-19T13:15:19","guid":{"rendered":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/?p=5735"},"modified":"2026-03-20T13:50:50","modified_gmt":"2026-03-20T12:50:50","slug":"wie-umgehen-mit-anton-makarenkos-paedagogischem-erbe-plaedoyer-fuer-eine-bildungshistorische-auseinandersetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/beitrag\/5735\/","title":{"rendered":"Wie umgehen mit Anton Makarenkos p\u00e4dagogischem Erbe? Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine bildungshistorische Auseinandersetzung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p><span data-contrast=\"auto\">Im Jahr 1994 wurde Anton Makarenko (1888-1939) von der UNESCO in die Liste der 100 bedeutendsten P\u00e4dagogen aufgenommen <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-NB4NDUTW--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:NB4NDUTW}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. An Popularit\u00e4t hat er seitdem dennoch nicht gewonnen. Bekannt eher im Kreis von interessierten Forscher*innen als im allgemeinen p\u00e4dagogischen oder gar \u00f6ffentlichen Diskurs, scheint das Interesse sowohl an seiner Pers\u00f6nlichkeit als auch an seinen Werken, ganz besonders nach dem Ende der Sowjetunion, nachzulassen <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-9MMZPSKH--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '212', 'items': '{2445049:9MMZPSKH}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Auch internationale wissenschaftliche Diskussionen \u00fcber das p\u00e4dagogische Erbe Makarenkos als einem einst f\u00fcr die Bildungspolitik der sozialistischen L\u00e4nder wegweisenden P\u00e4dagogen fallen eher rar aus. Ein Grund daf\u00fcr mag in der starken Politisierung liegen, die Makarenko und seine T\u00e4tigkeit bereits zu seinen Lebzeiten erfahren haben und die f\u00fcr zahlreiche kontroverse Diskussionen sorgte. Die Nachwirkungen der ideologischen Systemk\u00e4mpfe aus der Zeit des Kalten Krieges scheinen heute noch aktuell zu sein.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:276}\">&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span data-contrast=\"auto\">Inwiefern das geistige Erbe von renommierten Pers\u00f6nlichkeiten bewahrt und rezipiert werden kann, deren politische Orientierung aus heutiger Sicht unzumutbar erscheint, ist ein zu allen Zeiten wiederkehrendes und viel diskutiertes Thema. Dostojewskis Antisemitismus, Nietzsches Konzept des \u201e\u00dcbermenschlichen\u201c, Heideggers Verbindung zum Nationalsozialismus und Makarenkos N\u00e4he zum Stalinismus sind nur einige Beispiele, die die Frage aufwerfen, ob deren politische Ansichten die Bedeutung ihrer Werke nivellieren und inwiefern es \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, ihre Ideen losgel\u00f6st vom historisch-politischen Entstehungskontext zu betrachten. Eine weitere kontrovers diskutierte Frage in der Auseinandersetzung mit Makarenkos p\u00e4dagogischem Erbe betrifft seine nationale Zugeh\u00f6rigkeit \u2013 war er nun ein russischer oder ein ukrainischer P\u00e4dagoge? Geboren, aufgewachsen und p\u00e4dagogisch t\u00e4tig auf dem Gebiet der heutigen Ukraine, verfasste Makarenko seine Werke in russischer Sprache. Ihn als einen sowjetischen P\u00e4dagogen zu bezeichnen, w\u00fcrde den Umst\u00e4nden der damaligen Zeit vermutlich am meisten gerecht werden.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559740&quot;:276}\">&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span data-contrast=\"auto\">In Anbetracht des russischen Invasionskrieges in der Ukraine gewinnt die Frage, wie und inwiefern das geistige Erbe von Makarenko bewahrt werden soll, erneut an Aktualit\u00e4t. Einerseits sind seine Werke an ukrainischen Hochschulen bis heute in die Lehrpl\u00e4ne der Lehramtsstudierenden sowie Studierenden der Sozialp\u00e4dagogik integriert. Andererseits werden zahlreiche Ma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt, um sich von allem, was mit russischer Kulturtradition in Verbindung steht, scharf abzugrenzen<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_1');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_1');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_1\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[1]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_1\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span>. Im Zuge der in der Ukraine vorangetriebenen Entrussifizierung werden auch Stra\u00dfen und diverse Bildungseinrichtungen, die nach Anton Makarenko benannt wurden, umbenannt.\u00a0<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span data-contrast=\"auto\">Vor dem Hintergrund des aktuellen Krieges und der immer schon stark politisierten Rezeption von Makarenko <\/span><span data-contrast=\"none\">versteht sich dieser Artikel als ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine kontextbezogene Auseinandersetzung mit seinen p\u00e4dagogischen Ideen, trotz oder gerade wegen des sich gegenw\u00e4rtig abzeichnenden neuen weltpolitischen Konflikts, der alte und lange als \u00fcberholt geltende Fragen des Kalten Krieges wieder aufleben l\u00e4sst.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559740&quot;:276}\">&nbsp;<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"690\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938-690x1024.jpg\" alt=\"Portr\u00e4tfoto von Makarenko aus dem Jahr 1938\" class=\"wp-image-5818\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938-690x1024.jpg 690w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938-202x300.jpg 202w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938-128x190.jpg 128w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938-768x1140.jpg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938-1035x1536.jpg 1035w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Makarenko_1938.jpg 1279w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abbildung 1: Makarenko, 1938 (Bildrechte: Andriy Tkachenko; Poltava V.G. Korolenko National Pedagogical University, Ukraine)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Wer war Anton Makarenko?<\/h2>\n\n\n\n<p>Anton S. Makarenko wurde 1888 in der Region Charkiw geboren, damals ein Gebiet des russischen Zarenreichs. Nach dem vierklassigen Schulabschluss und der erfolgreichen Absolvierung einer einj\u00e4hrigen p\u00e4dagogischen Ausbildung arbeitete er als Lehrer. Nach der Oktoberrevolution 1917 war Anton Makarenko als Schulleiter t\u00e4tig, bis er im Jahr 1920 vom Volkskommissar f\u00fcr Bildung, A. W. Lunatscharski, zum Leiter der sp\u00e4teren Gorki-Kolonie \u2013 einer Anstalt f\u00fcr straff\u00e4llige Jugendliche \u2013 ernannt wurde. Zugleich erhielt er den Auftrag, den \u201eneuen sozialistischen Menschen\u201c zu bilden <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-GZGLQ7ZV--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '20-21', 'items': '{2445049:GZGLQ7ZV}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Im Kontext der revolution\u00e4ren Umw\u00e4lzung kam Makarenko die Aufgabe zu, geeignete p\u00e4dagogische Mittel zu finden und einen Beitrag zur Entwicklung einer \u201esowjetischen P\u00e4dagogik\u201c zu leisten. Bis 1928 war Anton Makarenko der Leiter der Gorki-Kolonie in Poltawa, in der er sein Konzept der Kollektiverziehung entwickelte. Die Entstehungsgeschichte seiner p\u00e4dagogischen Theorie, angereichert mit Beispielen aus dem Koloniealltag, kann in Makarenkos wohl bekanntestem Werk \u201eEin p\u00e4dagogisches Poem. Der Weg ins Leben\u201c nachgelesen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1927 \u2013 ein Jahr vor dem offiziellen Ausscheiden als Leiter der Gorki-Kolonie \u2013 wechselte Makarenko zur Dserschinski-Kommune nahe Charkiw, wo er seine p\u00e4dagogische T\u00e4tigkeit bis 1935 fortsetzte. Basierend auf den in der Gorki-Kolonie erprobten Ideen der Kollektiverziehung erweiterte Makarenko in der Kommune sein p\u00e4dagogisches Konzept um den Aspekt der produktiven Arbeit. Das Leben dort und die Weiterentwicklung der p\u00e4dagogischen Gedanken hielt Makarenko in einem weiteren Werk fest, das 1938 unter dem Titel \u201eFlaggen auf den T\u00fcrmen\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-LAWZUD23--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:LAWZUD23}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"747\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-1024x747.jpg\" alt=\"Makarenko und die Theatergruppe der Kolonie F. E. Dserschinski aus dem Jahr 1934. Bildrechte Andriy Tkachenko (Poltava V.G. Korolenko National Pedagogical University, Ukraine)\" class=\"wp-image-5819\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-1024x747.jpg 1024w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-300x219.jpg 300w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-261x190.jpg 261w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-768x560.jpg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-1536x1120.jpg 1536w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/KobayashiShalutkevich-Abb_2_Theatergruppe_comp-2048x1493.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abbildung 2: Makarenko und die Theatergruppe der Kolonie F. E. Dserschinski, 1934 (Bildrechte: Andriy Tkachenko; Poltava V.G. Korolenko National Pedagogical University, Ukraine)&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Zur Rezeptionsgeschichte<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Einsch\u00e4tzungen zu Makarenko reichen von einer abwertenden Ablehnung seiner Ideen bis zu einer verherrlichenden W\u00fcrdigung seines p\u00e4dagogischen Schaffens, die ihm allerdings erst Jahre nach seinem Tod und besonders in den sozialistischen L\u00e4ndern zuteil wurde. Der Auf- bzw. Abstieg des wissenschaftlichen und p\u00e4dagogischen Interesses an Makarenko im Laufe des letzten Jahrhunderts wurde stark durch den Kalten Krieg beeinflusst. Der Ost-West-Konflikt wurde auf allen gesellschaftspolitischen Ebenen ausgetragen, und so geriet auch Makarenkos P\u00e4dagogik in den Fokus der politisch-ideologischen Systemauseinandersetzungen. Das beg\u00fcnstigte eine dichotome Perspektive auf die Rezeption seiner p\u00e4dagogischen Ideen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Makarenkos Ideen der Kollektiverziehung waren nach 1917 anschlussf\u00e4hig an das Konzept der sozialistischen Erziehung und wurden in den 1940er Jahren in das offizielle Programm der sowjetischen P\u00e4dagogik aufgenommen <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-DAJJNDPG--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:DAJJNDPG}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Seine Schriften wurden f\u00fcr angehende P\u00e4dagog*innen aller Bildungsbereiche zu Lehrstandardwerken erkl\u00e4rt; auch au\u00dferhalb der Sowjetunion war Makarenko Teil des Studienprogramms. Im zweigeteilten Deutschland wurde Makarenko zwar in unterschiedlichem Umfange, aber ebenfalls in der p\u00e4dagogischen Lehre rezipiert (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-PPLBWNXC--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '102-104', 'items': '{2445049:PPLBWNXC}', 'format': '%a%, %d%, %p%, 130-131,162', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>; <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-XBDBBISB-_-2445049-9MMZPSKH-_-2445049-LG84SL63--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '45--211--534-539', 'items': '{2445049:XBDBBISB},{2445049:9MMZPSKH},{2445049:LG84SL63}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vorschulbereich der ehemaligen DDR orientierte man sich konzeptionell im Wesentlichen an der Kollektivp\u00e4dagogik, allerdings ohne dass Makarenkos Name in den Bildungs- und Erziehungspl\u00e4nen des Kindergartens genannt worden w\u00e4re (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-PFKS9ZQV-_-2445049-93QFTNXP--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:PFKS9ZQV},{2445049:93QFTNXP}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Es wurden auch einige Diskussionen \u00fcber die Anwendbarkeit der kollektivistischen Erziehungselemente in den Schulen gef\u00fchrt <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-Z98XK8BS--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:Z98XK8BS}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Zentral f\u00fcr die praktische und politische Nutzung von Makarenkos p\u00e4dagogischen Gedanken wurde aber vor allem das Heimerziehungswesen der DDR <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-SJ8NHVAK--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:SJ8NHVAK}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. So wurde Makarenko zum Sinnbild der kommunistisch-sozialistischen P\u00e4dagogik und entsprechend negativ fiel im Westen die Gesamtbeurteilung aus.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn f\u00fcr den Osten Deutschlands der Fokus vornehmlich auf der praktischen Verwertbarkeit von Makarenkos Gedankengut f\u00fcr verschiedene Erziehungs- und Bildungsinstitutionen lag, so war f\u00fcr die Westdeutschen das Interesse, neben dem politischen Argwohn, eher theoretischer Natur. Die Rezeption \u201eim Westen\u201c folgte keiner einheitlichen Linie. Makarenkos Werke wurden von verschiedenen Wissenschaftler*innen und in unterschiedlicher Weise zur Kenntnis genommen und beurteilt <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-9MMZPSKH--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '207-210', 'items': '{2445049:9MMZPSKH}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. So gab es in Westdeutschland verschiedene Positionen, die Makarenkos P\u00e4dagogik entweder eher wohlwollend begegneten und sich vornehmlich auf bestimmte inhaltliche Themenaspekte fokussierten (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-DFWKS8MI-_-2445049-GWGBZ3QH--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:DFWKS8MI},{2445049:GWGBZ3QH}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>) oder seine Werke zur Diskreditierung der kommunistischen Ideologie nutzten <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-3HS5ZDQQ--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:3HS5ZDQQ}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Im Jahr 1968 wurde an der Philipps-Universit\u00e4t in Marburg eine Forschungsgruppe gegr\u00fcndet, die unter dem Namen \u201eMakarenko-Referat\u201c zu einem der Austragungsorte der kontrovers gef\u00fchrten wissenschaftlichen Debatten um Makarenkos Erbe wurde <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-6BPKFIK2--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:6BPKFIK2}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In einigen nordeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wie etwa in D\u00e4nemark fand die praxisnahe Anwendung von Makarenkos Ideen im Bereich der Sozialp\u00e4dagogik statt <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-LUVJ2CI9--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '358-368', 'items': '{2445049:LUVJ2CI9}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Ein anderer Versuch, das Konzept der Kollektiverziehung in der p\u00e4dagogischen Praxis zu etablieren, kann innerhalb der Kibbuzbewegung seit den 1920er Jahren festgestellt werden, wenngleich das genaue Ausma\u00df von Makarenkos Einfluss noch nicht hinreichend untersucht wurde (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-8Z48LUTQ-_-2445049-PPLBWNXC--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np--96-97', 'items': '{2445049:8Z48LUTQ},{2445049:PPLBWNXC}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rezeption beschr\u00e4nkte sich nicht auf den europ\u00e4ischen Raum, sondern fand auch in anderen L\u00e4ndern, wie zum Beispiel in Japan, statt. Nach Erstarken der Kommunistischen Partei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Makarenko in den 1950er Jahren ins Japanische \u00fcbersetzt und schien innovative p\u00e4dagogische M\u00f6glichkeiten zu bieten, auch in Abgrenzung zur ultranationalistischen und militaristischen japanischen P\u00e4dagogik der Vorkriegszeit. Obwohl nach der Chinesischen Revolution (1949), dem Ausbruch des Koreakrieges (1950) und der darauffolgenden \u201eRoten S\u00e4uberung\u201c Japans (1949-1952) unter der US-amerikanischen Besatzung kommunistische Ideen vom offiziellen Erziehungsprogramm ausgeschlossen wurden, nahmen linksorientierte Erziehungswissenschaftler*innen sowie der nationale Lehrerverband Makarenkos Schriften sowie sozialistische Erziehungsideale sehr positiv auf. F\u00fcr Lehrer*innen, die dem Erziehungsstil der Vorkriegszeit nicht mehr vertrauten, aber auch mit den amerikanisch-liberalistischen Konzepten nicht zufrieden waren, boten Makarenkos Erziehungsideen \u201eden dritten Weg\u201c \u2013 eine Mischung aus Disziplinierung und Kinderautonomie <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-JN3NRTUX--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:JN3NRTUX}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend lassen sich zwei entgegengesetzte Sichtweisen auf Makarenkos P\u00e4dagogik feststellen. Einerseits wird Makarenko zum Sinnbild einer unterdr\u00fcckenden und, insbesondere aufgrund des konzeptuell verankerten Kollektivgedankens, einer milit\u00e4raffinen P\u00e4dagogik stilisiert. Mit diesem Label geht der implizite Vorwurf einher, dass er den kommunistischen Terror mitzuverantworten habe, da einige Elemente der Kollektiverziehung die Erziehung zum Gehorsam zu bef\u00f6rdern scheinen. Mit Blick auf kollektivierende Praktiken wie gemeinsames Marschieren oder Singen zwecks F\u00f6rderung eines Gemeinschaftsgef\u00fchls wurde ein Zusammenhang mit militaristischem H\u00f6rigkeitsverhalten angenommen. Die Bedeutung von Disziplin in Makarenkos Erziehungskonzept wurde ebenso negativ ausgelegt wie der Vorrang der Gemeinschaftsbed\u00fcrfnisse vor den individuellen W\u00fcnschen. All das \u2013 so glaubte man \u2013 f\u00f6rdere die Entwicklung des Uniformismus als Fundament autorit\u00e4rer Staatsregime, wenngleich Makarenko selbst mit anderen Begr\u00fcndungszusammenh\u00e4ngen f\u00fcr den p\u00e4dagogischen Wert dieser Erziehungsma\u00dfnahmen argumentierte.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits wird Makarenko als \u201ethe John Dewey of the Soviet Union\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-UV9K9XBJ--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:UV9K9XBJ}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> aber auch zu einem Reformp\u00e4dagogen stilisiert; das wiederum blendet problematische Aspekte in seinen Erziehungsideen aus, wie zum Beispiel die \u201ep\u00e4dagogische Ohrfeige\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-6DQCX2AM--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '147', 'items': '{2445049:6DQCX2AM}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> und die \u201eExplosionsmethode\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-6DQCX2AM--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '147', 'items': '{2445049:6DQCX2AM}', 'format': '(ebd.)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> als eine Art emotionaler Entladung der P\u00e4dagog*innen bei sich anstauenden und durch Moralisieren nicht l\u00f6sbaren Konflikten mit den Z\u00f6glingen. F\u00fchrt man sich vor Augen, dass Dewey weltweit als ein bedeutsamer P\u00e4dagoge gefeiert und erforscht wird (Bellmann 2006; Biesta 2000; Popkewitz 2005) und dass die UNESCO Makarenko in eine Reihe mit beachtenswerten p\u00e4dagogischen Pers\u00f6nlichkeiten stellt <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-NB4NDUTW--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:NB4NDUTW}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, so f\u00e4llt ein Ungleichgewicht in der Anzahl und Ausrichtung der Forschungsarbeiten auf. Es gibt zwar einige russischsprachige Publikationen, die auch die transnationale Rezeptionsgeschichte von Makarenkos P\u00e4dagogik thematisieren (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-YPFLE8BD-_-2445049-BFVXT24M--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:YPFLE8BD},{2445049:BFVXT24M}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>); doch insgesamt verweist die geringe Anzahl solcher Ver\u00f6ffentlichungen auf eine noch zu f\u00fcllende Leerstelle innerhalb der historischen Bildungsforschung.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ideen der Kollektiverziehung haben in vielen Teilen der Welt Spuren hinterlassen, die \u00fcber das Ende des Realsozialismus hinaus und nicht nur im postsozialistischen Raum nachwirken. Daher scheint es lohnenswert und erkenntnisf\u00f6rdernd f\u00fcr die p\u00e4dagogische Forschung zu sein, sich diesem Forschungsdesiderat aus transnationaler und postsowjetischer Forschungsperspektive genauer zu widmen. Beispielsweise wird das Wort \u201eKollektiv\u201c (sh\u016bdan) 32 Mal im aktuellen japanischen Lehrplan f\u00fcr die Grundschule erw\u00e4hnt, w\u00e4hrend die W\u00f6rter \u201eIndividuum\u201c (kojin) und \u201eIndividualit\u00e4t\u201c (kosei) insgesamt nur 16 Mal verwendet werden (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-YPFLE8BD-_-2445049-ZX8KXMQ9--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:YPFLE8BD},{2445049:ZX8KXMQ9}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Interessante Beispiele wie dieses verweisen auf die Bedeutung einer genaueren bildungsinhaltlichen und kontextbezogenen Analyse der <em>p\u00e4dagogischen<\/em> Ideen in den Schriften Anton Makarenkos.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Ein Beispiel f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, Makarenko als Gegenstand der bildungshistorischen Forschung zu reaktualisieren&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Makarenkos Erziehungskonzeption ist sehr vielschichtig und seine Ideen lassen sich schon immer sowohl hinsichtlich ihres theoretischen Gehalts als auch ihres praktischen Nutzens f\u00fcr die P\u00e4dagogik kontrovers diskutieren. So k\u00f6nnte z. B. Makarenkos Interpretation von Disziplin einen aktuellen Ansatzpunkt f\u00fcr p\u00e4dagogische und bildungshistorische Forschung bieten. Da hier das Verh\u00e4ltnis von Individuum und Gemeinschaft betroffen ist, hat Makarenkos Theorie \u2013 je nach soziohistorischen Kontexten und theoretischen Standorten ihrer Rezipient*innen \u2013 insbesondere in diesem Punkt eine Vielzahl kontroverser Reaktionen hervorgerufen. Wer die p\u00e4dagogisch-disziplinierende Notwendigkeit, im Erziehungsprozess Grenzen zu setzen, mit repressiver Machtaus\u00fcbung assoziiert und als Relikt autorit\u00e4ren Erziehungsverhaltens betrachtet, wird Makarenkos diesbez\u00fcgliche Argumentation zun\u00e4chst als eigent\u00fcmlich empfinden:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201cDie Disziplin wird h\u00e4ufig der Freiheit gegen\u00fcbergestellt. Das ist primitiv. Freiheit ist nicht Ungebundenheit. Ungebundenheit ist die M\u00f6glichkeit des isolierten Individuums, alles zu tun. Ungebundenheit ist ein dem Zwang, dem Gefangensein, der Gebundenheit entgegengesetzter Begriff. Freiheit ist eine soziale Kategorie, ist keine isolierte Position in den Wolken, sondern ein Teil des Allgemeinwohls. Wenn ich Freiheit habe, dann hat mein Nachbar sie auch. Anders ausgedr\u00fcckt, sie ist nicht das Ergebnis meines Isoliertseins, sondern gerade das Ergebnis einer gesellschaftlichen Vereinbarung.\u201d<\/em>&nbsp;<span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-IXKRE64Z--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '22-23', 'items': '{2445049:IXKRE64Z}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da heute allerdings im Zusammenhang der Krise des Liberalismus<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_2');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_2');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_2\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[2]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_2\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span> auch in westlichen Gesellschaften das Verh\u00e4ltnis von individueller Freiheit und den Rechten der Gemeinschaft neu verhandelt wird, kann man Makarenkos Argumentation auch als Einladung zu einer neuen theoretischen, interkulturell-vergleichenden und historischen Auseinandersetzung mit dem Thema verstehen. Bei ihm bleibt der Mensch als soziales Wesen immer auf Andere angewiesen, eine absolute Freiheit kann es f\u00fcr ihn nie geben. In dieser Argumentationslogik wird Disziplin zur konstitutiven Voraussetzung, um individuelle wie gemeinschaftliche Freiheit \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen. Was aus einer (westlich-)individualistischen Perspektive daher oft als Zwang interpretiert und folglich negativ als individuelle Freiheitseinschr\u00e4nkung gelesen wird <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-QEZXQQDV--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '161-162', 'items': '{2445049:QEZXQQDV}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, erscheint im Kontext von kollektivistischen, mehr auf die Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaftsordnungen in einem anderen Licht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema \u201eFreiheit\/Zwang\u201c zeigt, dass und wie am Gegenstand \u201eMakarenko\u201c unterschiedliche Bildungsr\u00e4ume und p\u00e4dagogische Traditionen miteinander ins Gespr\u00e4ch gebracht werden k\u00f6nnten. Ein transnationaler Blick <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-JHQ6RARG--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:JHQ6RARG}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, der die Pluralit\u00e4t der Interpretationskontexte ber\u00fccksichtigt, in denen Makarenko auf je unterschiedliche Weise rezipiert, (re-)interpretiert und in der p\u00e4dagogischen Praxis angewandt wird (vgl. auch <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-3WPWDJMM-_-2445049-9ZWMI9SA-_-2445049-R7GESWSE--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '9--np--27', 'items': '{2445049:3WPWDJMM},{2445049:9ZWMI9SA},{2445049:R7GESWSE}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>), k\u00f6nnte neue Perspektiven sowohl auf das Erbe Makarenkos als auch auf grunds\u00e4tzliche p\u00e4dagogische Fragen er\u00f6ffnen. Denn neben der stark politisierten Rezeption ber\u00fchren seine Ideen auch einige heikle Grundsatzfragen der P\u00e4dagogik, wie zum Beispiel das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Freiheit und Zwang sowie das Prinzip von \u00dcber- und Unterordnung, das seine Erziehungspraktiken zuweilen ins Licht einer militaristisch-autorit\u00e4ren P\u00e4dagogik ger\u00fcckt hat <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-GFFWBM58--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '126-127', 'items': '{2445049:GFFWBM58}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Dar\u00fcber hinaus gibt es noch viele weitere Themen, wie zum Beispiel die geschlechtsspezifische Lesart der \u201em\u00e4nnlichen Erziehung\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-GBJENYXY--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:GBJENYXY}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> von Makarenko, die dazu anregen, die Historizit\u00e4t und Entstehungsgeschichte p\u00e4dagogischer Ideen im Kontext aktueller Debatten neu zu denken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Sowjetunion gibt es nun seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren nicht mehr. Auch der Kalte Krieg, der jahrzehntelang die Diskussionslandschaften zwischen \u201edem Osten\u201c und \u201edem Westen\u201c pr\u00e4gte, schien eine Zeit lang beendet gewesen zu sein. Gegenw\u00e4rtig scheint sich mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine das in alten Dichotomien verharrende Denken zu reaktivieren, wie man am Beispiel des Streits um das p\u00e4dagogische Erbe innerhalb der Internationalen\u00a0 Makarenko-Gesellschaft beobachten kann.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_3');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_3');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_3\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[3]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_3\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Die traditionell j\u00e4hrlich stattfindende Zusammenkunft von Makarenko-Forschenden, die immer im Fr\u00fchjahr zum Gedenken an Anton Semjonowitschs Geburts- bzw. Todestag abgehalten wird, wurde in den letzten Jahren an zwei Orten und unabh\u00e4ngig voneinander organisiert. Ein Blick auf die Tagungsthemen zeigt den nach wie vor vorhandenen Gegenwartsbezug von Makarenkos Denken in der heutigen P\u00e4dagogik der postsowjetischen Staaten auf. Die im Jahr 2024 in Moskau abgehaltene Makarenko-Konferenz stand im Zeichen eines von der Staatsduma verabschiedeten Dekrets, in dem das Jahr zum \u201eJahr der Familie\u201c erkl\u00e4rt und die Familie als moralisch-sittliche Trags\u00e4ule von Staatssinteressen definiert wurden.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_4');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_4');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_4\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[4]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_4\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span> Unter dem Titel \u201eDas Erziehungssystem von A.S. Makarenko als Grundlage der Entwicklung von Mentoring-Systemen in der in- und ausl\u00e4ndischen Bildungspraxis\u201c (2024) wurden verschiedene Themen unter dem Gesichtspunkt ausdiskutiert, das Potenzial von Makarenkos Erziehungssystem zu realisieren. Neben der aktuellen Bedeutung von Kollektiverziehung wurde Makarenkos Erbe als ein \u201eretro-innovativer Ansatz\u201c<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_5');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_5');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_5\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[5]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_5\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span> behandelt, um unter anderem die Entwicklung der nationalen Identit\u00e4t sowie die staatsb\u00fcrgerliche Verantwortung und den Patriotismus der heranwachsenden Generation zu f\u00f6rdern. Auch die im Jahr 2023 veranstaltete Konferenz \u201eDas Erziehungssystem von A.S. Makarenko im modernen soziokulturellen Raum\u201c (2023)<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_6');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_6');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_6\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[6]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_6\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span> weist neben der bereits im Titel sichtbaren Herstellung aktueller Bez\u00fcge weitere inhaltliche Verkn\u00fcpfungen zwischen Makarenkos P\u00e4dagogik und gegenw\u00e4rtigen p\u00e4dagogischen Praktiken, die beispielsweise die Bildung von Systemeinheiten und Unterabteilungen in milit\u00e4rischen Einrichtungen unterst\u00fctzen sollen<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_7');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_5735_1('footnote_plugin_reference_5735_1_7');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_5735_1_7\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[7]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_5735_1_7\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span>, auf. Die Tagungsschwerpunkte in der Ukraine (2023) weisen zwar einerseits ebenso einen starken Gegenwartsbezug im Hinblick auf die Anwendungsm\u00f6glichkeiten von Makarenkos Erbe in p\u00e4dagogischer Praxis auf, sind andererseits jedoch \u2013 im Gegensatz zur auff\u00e4llig staatspolitischen Instrumentalisierung in Russland \u2013 st\u00e4rker auf erinnerungskulturelle, rezeptionsgeschichtliche sowie internationale Perspektiven ausgerichtet. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-DVX4KU3M--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:DVX4KU3M}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund der geschilderten, \u00e4u\u00dferst spannungsreichen geopolitischen Lage, versteht sich dieser Beitrag als ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine bildungshistorische und kontextbezogene Auseinandersetzung mit den Ideen Anton Makarenkos aus transnationaler Forschungssicht auf die wissenschaftliche Verwertbarkeit seiner P\u00e4dagogik. Die schon immer stark politisierte Rezeptionsgeschichte Makarenkos ist nicht nur als ein historisch interessantes Ph\u00e4nomen zu betrachten, sondern wirkt bis heute in die virulenten Ost-West-Beziehungen hinein. Nicht zuletzt im Lichte gegenw\u00e4rtiger Ver\u00e4nderungen im politischen Diskurs kann das p\u00e4dagogische Erbe von Anton Makarenko als Gegenstand der bildungshistorischen Forschung neue Perspektiven sowohl auf zeitlose erziehungswissenschaftliche Fragestellungen als auch auf die Verflechtungen und Wechselwirkungen zwischen historischen und zeitgen\u00f6ssischen Debatten er\u00f6ffnen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zotero.org\/groups\/2445049\/bildungsgeschichte.de_-_bibliographien\/collections\/5WUJTYN4\">Zur Zotero-Library<\/a><\/p>\n\n\n\n\n<div id='zp-InTextBib-zotpress-09d29826071df29df05576bae11dd881' class='zp-Zotpress zp-Zotpress-InTextBib wp-block-group zp-Post-5735'>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ITEM_KEY ZP_ATTR\">{2445049:NB4NDUTW};{2445049:9MMZPSKH};{2445049:GZGLQ7ZV};{2445049:LAWZUD23};{2445049:DAJJNDPG};{2445049:PPLBWNXC};{2445049:XBDBBISB},{2445049:9MMZPSKH},{2445049:LG84SL63};{2445049:PFKS9ZQV},{2445049:93QFTNXP};{2445049:Z98XK8BS};{2445049:SJ8NHVAK};{2445049:9MMZPSKH};{2445049:DFWKS8MI},{2445049:GWGBZ3QH};{2445049:3HS5ZDQQ};{2445049:6BPKFIK2};{2445049:LUVJ2CI9};{2445049:8Z48LUTQ},{2445049:PPLBWNXC};{2445049:JN3NRTUX};{2445049:UV9K9XBJ};{2445049:6DQCX2AM};{2445049:6DQCX2AM};{2445049:NB4NDUTW};{2445049:YPFLE8BD},{2445049:BFVXT24M};{2445049:YPFLE8BD},{2445049:ZX8KXMQ9};{2445049:IXKRE64Z};{2445049:QEZXQQDV};{2445049:JHQ6RARG};{2445049:3WPWDJMM},{2445049:9ZWMI9SA},{2445049:R7GESWSE};{2445049:GFFWBM58};{2445049:GBJENYXY};{2445049:NSELH9JC};{2445049:DVX4KU3M}<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_STYLE ZP_ATTR\">bibliothek-fur-bildungsgeschichtliche-forschung<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SORTBY ZP_ATTR\">creator<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ORDER ZP_ATTR\">asc<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_TITLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWIMAGE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWTAGS ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_DOWNLOADABLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_NOTES ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ABSTRACT ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_CITEABLE ZP_ATTR\">1<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_TARGET ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_URLWRAP ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_FORCENUM ZP_ATTR\">0<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_HIGHLIGHT ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_POSTID ZP_ATTR\">5735<\/span><div class='zp-List loading'>\n<div class=\"zp-SEO-Content\"><\/div><!-- .zp-zp-SEO-Content -->\n<\/div><!-- .zp-List --><\/div><!--.zp-Zotpress-->\n\n\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<div class=\"speaker-mute footnotes_reference_container\"> <div class=\"footnote_container_prepare\"><p><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_label pointer\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_5735_1();\">Anmerkungen<\/span><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_collapse_button\" style=\"display: none;\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_5735_1();\">[<a id=\"footnote_reference_container_collapse_button_5735_1\">+<\/a>]<\/span><\/p><\/div> <div id=\"footnote_references_container_5735_1\" style=\"\"><table class=\"footnotes_table footnote-reference-container\"><caption class=\"accessibility\">Anmerkungen<\/caption> <tbody> \r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_1');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_1\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>1<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Daf\u00fcr lassen sich einige Beispiele finden, die auch in der \u00d6ffentlichkeit zur Kenntnis genommen werden:<\/span> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/entrussifizierung-der-ukraine-stolz-auf-eigene-identitaet-dlf-kultur-ac8b2276-100.html\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/entrussifizierung-der-ukraine-stolz-auf-eigene-identitaet-dlf-kultur-ac8b2276-100.html<\/span><\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/ukraine-selenskyj-unterzeichnet-gesetze-zum-verbot-russischer-ortsnamen-a-417ef92c-523d-4830-b21d-aa3160c73ef6\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/ukraine-selenskyj-unterzeichnet-gesetze-zum-verbot-russischer-ortsnamen-a-417ef92c-523d-4830-b21d-aa3160c73ef6<\/span><\/a><span data-contrast=\"auto\">.<\/span><span data-contrast=\"auto\"><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_2');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_2\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>2<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">vgl. exemplarisch <a href=\"https:\/\/www.mosse-lectures.de\/wpms_programme\/kritik-des-liberalismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.mosse-lectures.de\/wpms_programme\/kritik-des-liberalismus\/<\/span><\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.hamburger-edition.de\/zeitschrift-mittelweg-36\/alle-zeitschriften-archiv\/artikel-detail\/d\/1693\/kritik-des-liberalismus\/8\/\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.hamburger-edition.de\/zeitschrift-mittelweg-36\/alle-zeitschriften-archiv\/artikel-detail\/d\/1693\/kritik-des-liberalismus\/8\/<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_3');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_3\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>3<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Die internationale Makarenko-Gesellschaft (International Makarenko Association) wurde 1991 zur Entwicklung der Makarenko-Forschung und zur Etablierung eines wissenschaftlichen Dialogs zwischen Makarenko-Forschern in Poltawa (Ukraine) gegr\u00fcndet <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-NSELH9JC--wp5735 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:NSELH9JC}', 'format': '(vgl. %a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gestalten sich die Beziehungen zwischen ukrainischen und russischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verst\u00e4ndlicherweise ausgesprochen schwierig. Viele der Makarenko-Forschenden haben sich infolge politischer Dissense stark entzweit, sodass der fachliche Austausch weitgehend zum Erliegen gekommen ist.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_4');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_4\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>4<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\"><a href=\"https:\/\/makarenko.su\/Conference\/Duma_Culture_RMA.pdf\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/makarenko.su\/Conference\/Duma_Culture_RMA.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_5');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_5\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>5<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\"><a href=\"https:\/\/makarenko.su\/Conference\/Makarenko_conference_13.03.24_program.pdf\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/makarenko.su\/Conference\/Makarenko_conference_13.03.24_program.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_6');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_6\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>6<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\"><a href=\"https:\/\/makarenko.su\/Conference\/President_Rus_Academy_of_Education_RMA.pdf\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/makarenko.su\/Conference\/President_Rus_Academy_of_Education_RMA.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_5735_1('footnote_plugin_tooltip_5735_1_7');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_5735_1_7\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>7<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\"><a href=\"https:\/\/makarenko.su\/Conference\/Makarenko_conference_15.03.23_program.pdf\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/makarenko.su\/Conference\/Makarenko_conference_15.03.23_program.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n <\/tbody> <\/table> <\/div><\/div><script type=\"text\/javascript\"> function footnote_expand_reference_container_5735_1() { jQuery('#footnote_references_container_5735_1').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_5735_1').text('\u2212'); } function footnote_collapse_reference_container_5735_1() { jQuery('#footnote_references_container_5735_1').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_5735_1').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_5735_1() { if (jQuery('#footnote_references_container_5735_1').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_5735_1(); } else { footnote_collapse_reference_container_5735_1(); } } function footnote_moveToReference_5735_1(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_5735_1(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_5735_1(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_5735_1(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1994 wurde Anton Makarenko (1888-1939) von der UNESCO in die Liste der 100 bedeutendsten P\u00e4dagogen aufgenommen (vgl. Filonov, 1994). An Popularit\u00e4t hat er seitdem dennoch nicht gewonnen. Bekannt eher im Kreis von interessierten Forscher*innen als im allgemeinen p\u00e4dagogischen oder gar \u00f6ffentlichen Diskurs, scheint das Interesse sowohl an seiner Pers\u00f6nlichkeit als auch an seinen Werken, ganz besonders nach dem Ende der Sowjetunion, nachzulassen (vgl. 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