{"id":3877,"date":"2022-03-31T18:59:35","date_gmt":"2022-03-31T16:59:35","guid":{"rendered":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/?p=3877"},"modified":"2023-07-07T09:53:57","modified_gmt":"2023-07-07T07:53:57","slug":"aufklaerung-erziehung-und-weiblichkeit-der-digitalisierte-briefwechsel-zwischen-der-erzieherin-caroline-rudolphi-und-ihrer-schuelerin-doris-olbers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/beitrag\/3877\/","title":{"rendered":"Erziehung und Weiblichkeit um 1800: Der digitalisierte Briefwechsel zwischen Caroline Rudolphi und ihrer Sch\u00fclerin Doris Olbers"},"content":{"rendered":"\n<p>Der bildungshistorisch h\u00f6chst aufschlussreiche Briefwechsel zwischen der Erzieherin Caroline Rudolphi (1753 \u2013 1811) und ihrer (ehemaligen) Sch\u00fclerin Doris Focke, geb. Olbers (1786 \u2013 1818), ist seit Februar 2022 in den <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/brema.suub.uni-bremen.de\/\" target=\"_blank\">Digitalen Sammlungen<\/a><\/em> der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Bremen (SuUB Bremen) online frei zug\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Briefe bilden einen Teilbestand des Nachlasses von Doris Focke, der sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der SuUB Bremen befindet. \u00dcberliefert sind neben einem gemeinsam von Sch\u00fclerin und Lehrerin verfassten Brief 57 Briefe von Caroline Rudolphi an Doris Focke geb. Olbers aus den Jahren 1799 bis zu dem Tod der (ehemaligen) Lehrerin im Jahr 1811.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Link zu den digitalisierten Briefen<\/strong>: <a href=\"https:\/\/brema.suub.uni-bremen.de\/suubna\/nav\/classification\/2670049\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/brema.suub.uni-bremen.de\/suubna\/nav\/classification\/2670049<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Digitalisierung des Bestands werden \u2013 zus\u00e4tzlich zur bereits bekannten Forschungsliteratur (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-86QANFTF--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:86QANFTF}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>; <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-F8BB9VMT--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:F8BB9VMT}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>) \u2013 neue Quellen f\u00fcr die (bildungs-) historische Forschung erschlossen, die auch akteurszentrierte Forschungsperspektiven erm\u00f6glichen. F\u00fcr die historische Bildungsforschung zum 18. und 19. Jahrhundert sind Briefe unverzichtbar \u2013 und zwar nicht nur insofern sie anschauliche Beispiele unter anderem f\u00fcr die in ihnen dokumentierten Beziehungen oder f\u00fcr Alltag und Lebenswelten b\u00fcrgerlicher Frauen um 1800 geben. Vielmehr dokumentieren die Briefe \u2013 bei aller notwendigen Quellenkritik \u2013 die Komplexit\u00e4t der Beziehungen zwischen einer Erzieherin und ihrer Sch\u00fclerin. Briefe als zentrales Kommunikationsmedium b\u00fcrgerlicher Kreise im 18. und 19. Jahrhundert eignen sich insbesondere f\u00fcr Fragestellungen der Geistes- und Kulturwissenschaften, aber auch der historischen Sozialisations- und Geschlechterforschung. Somit bietet der neu digitalisierte Quellenkorpus eine breite Ausgangslage f\u00fcr vielf\u00e4ltige Forschungsperspektiven und Untersuchungsgegenst\u00e4nde unter anderem im Schnittfeld von Schule, Erziehung und Unterricht. Es ist zu hoffen, dass er Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr neue Forschungsprojekte gibt. Insofern die Briefe Selbstpr\u00e4sentationen von Weiblichkeit und eine spezifische Inszenierung weiblicher Beziehungen zeigen, dokumentieren sie die Gestaltung von Lehrer- und Sch\u00fclerverh\u00e4ltnissen unter Frauen und erm\u00f6glichen schlie\u00dflich die Rekonstruktion weiblicher Selbst- und Lebensentw\u00fcrfe sowie Binneneinsichten in geschlechterspezifische Lebensverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aber waren Caroline Rudolphi und Doris Olbers, die uns hier in einem Briefwechsel gegen\u00fcbertreten? Caroline Rudolphi war zu ihren Lebzeiten eine bekannte Erzieherin und gefeierte Dichterin, eine&nbsp;der Pionierinnen der h\u00f6heren T\u00f6chterbildung um 1800. Sie machte sich neben ihrer T\u00e4tigkeit als Lehrerin und Schulleiterin einen Namen mit theoretischen Schriften zur M\u00e4dchenerziehung und -bildung (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-UPJ25N5N--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '401', 'items': '{2445049:UPJ25N5N}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>; <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-YU9IP9XU--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:YU9IP9XU}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Im April 1786 gr\u00fcndete sie ihr \u201eErziehungsinstitut f\u00fcr junge Demoiselles\u201c in Hamm, einem Vorort von Hamburg (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-XY2CCL9H--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '61', 'items': '{2445049:XY2CCL9H}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Ihre Biographin Gudrun Perrey beschreibt die Entwicklung der Institution als \u201eWandel von der Kinderbetreuung im Familienverband hin zu einem professionell gef\u00fchrten M\u00e4dchenpensionat\u201c <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-XY2CCL9H--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '69', 'items': '{2445049:XY2CCL9H}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Die M\u00e4dchen lebten und lernten zusammen. Der F\u00e4cherkanon ging weit \u00fcber das hinaus, was in der M\u00e4dchenerziehung sonst \u00fcblich war: Der jahrgangs\u00fcbergreifende Unterricht war in F\u00e4cher unterteilt, die geschlechtsspezifisch unterrichtet wurden. Der wissenschaftliche Teil wurde von einem fest angestellten Hauslehrer erteilt und umfasste politische Geographie, Naturgeschichte, Naturlehre, Rechnen und (letztere allerdings nur f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dferen) Religion und Astronomie. F\u00fcr den als solchen bezeichneten Nebenunterricht in Englisch, Zeichnen, Klavierspielen und Tanzen kamen stundenweise Lehrer aus dem nahegelegenen Hamburg. Caroline Rudolphi selbst unterrichtete alles Weitere: Schreiben, Franz\u00f6sisch und die weiblichen Arbeiten wie N\u00e4hen, Sticken und Stricken, teils auch Englisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Caroline Rudolphi zog im Jahr 1803 mit einigen ihrer Sch\u00fclerinnen und ihrem Erziehungsinstitut 1803 nach Heidelberg um. Auch von hier aus blieb sie in stetigem Kontakt zu ihren ehemaligen Sch\u00fclerinnen.&nbsp; Ihre Sch\u00fclerin Emilie Heins \u00fcbernahm mehr und mehr die praktische Lehrt\u00e4tigkeit und nach Rudolphis Tod auch die Leitung des Pensionats. Caroline Rudolphi starb schlie\u00dflich nach kurzer Krankheit 1811.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-889x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4664\" width=\"560\" height=\"645\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-889x1024.jpg 889w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-260x300.jpg 260w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-130x150.jpg 130w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-768x885.jpg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-1334x1536.jpg 1334w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi-1778x2048.jpg 1778w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Rudolphi.jpg 1950w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abb.1: Zeichnung von Doris Fock<\/em>e; <em>abgebildet ist wahrscheinlich Caroline Rudolphi auf dem Sterbebett, SuUB Bremen, Nachlass Doris Focke.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Henriette Marie Dorothea Focke geb. Olbers (genannte Doris) ist bislang prim\u00e4r in einem regionalhistorischen Kontext bekannt. 1786 wurde sie in Bremen als Tochter des ber\u00fchmten Arztes und Astronomen Wilhelm Olbers (1758 \u2013 1840) geboren und wuchs daselbst auf. Von 1799 bis 1801 (insg. 3 Jahre) besuchte sie das \u201eErziehungsinstitut f\u00fcr junge Demoiselles\u201c der Caroline Rudolphi (1754-1811) in Hamm, einem Vorort Hamburgs. Bei dieser Erziehungsanstalt handelte es sich um eine der fr\u00fchen institutionalisierten M\u00e4dchenschulen in Norddeutschland um 1800. Im Jahr 1804 heiratete sie den Juristen und sp\u00e4teren Postdirektor Christian Focke und bekam mit ihm sechs Kinder (drei S\u00f6hne und anschlie\u00dfend drei T\u00f6chter). Sie verstarb zwei Wochen nach der Geburt ihres sechsten Kindes an einer Herzentz\u00fcndung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB-805x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4665\" width=\"583\" height=\"741\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB-805x1024.jpg 805w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB-236x300.jpg 236w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB-118x150.jpg 118w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB-768x977.jpg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB-1207x1536.jpg 1207w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Doris-Focke_SuUB.jpg 1456w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abb. 2: Doris Olbers verh. Focke, ca. 1800, SuUB Bremen,<\/em> <em>Nachlass Doris Focke<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit ihrer Heirat im Jahre 1804 erscheint Doris Fockes Alltag dem externen Betrachter als das typische Leben einer b\u00fcrgerlichen Frau des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts: Sie ist Ehefrau, Hausfrau und Mutter. Doch wird in vorhandenen Lebensbildern (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-IUF98DI6--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:IUF98DI6}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>) Doris Focke als sehr aufgeweckte und interessierte, gleichwohl sehr emotionale junge Frau beschrieben, die \u00fcber das Leben einer b\u00fcrgerlichen Ehe- und Hausfrau hinausgehend vielseitige Interessen hatte auf vielen Gebieten (z.B. literarisch, gesellschaftlich..) versiert war. Mit der Hilfe mindestens zweier Hausangestellter (einem Kinderm\u00e4dchen und einer K\u00f6chin) k\u00fcmmerte sie sich um ihre Kinder, die ihr viel Freude bereiteten. Dennoch kommt in ihren Briefen immer wieder zum Vorschein, dass ihr Leben allein durch das Muttergl\u00fcck nicht erf\u00fcllt war. Neben der Erziehung ihrer Kinder k\u00fcmmerte sie sich w\u00e4hrend der Abwesenheit ihres Ehemannes, der von Zeit zu Zeit Reisen unternahm, um seine Gesch\u00e4fte. In ihrem Briefwechsel mit ihrer (ehemaligen) Lehrerin Caroline Rudolphi findet dies Widerhall.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Briefe zwischen Doris Olbers und Caroline Rudolphi datieren mit wenigen Ausnahmen auf die Zeitr\u00e4ume, in denen die beiden getrennt waren; sei es, weil Doris gerade im Urlaub zuhause in Bremen, Rudolphi auf ihrer Sommerfrische in Bad Pyrmont oder Doris bereits aus Hamm nach Bremen zur\u00fcckgekehrt war. Monatlich wurde ein Brief geschickt sowie zu besonderen Gelegenheiten wie zum Geburtstag.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_3877_1('footnote_plugin_reference_3877_1_1');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_3877_1('footnote_plugin_reference_3877_1_1');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_3877_1_1\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[1]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_3877_1_1\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span> oder zu Weihnachten. Nur selten wurde diese Regelm\u00e4\u00dfigkeit unterbrochen, bspw. wenn Rudolphi eine Reise plante und auf dem Weg Doris in Bremen besuchen wollte; oder auch, als sie im August des Jahres 1803 nach Heidelberg umzog und sich \u00fcber die zur Ankunft erhaltene Post bedankte.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Briefen tritt eine sehr enge, liebevolle Beziehung zutage. Deutlich wird dies u.a. am sprachlichen Stil, an den m\u00fctterlichen Ratschl\u00e4gen der Rudolphi, sowie an den Themen der Briefe. Die Ziele der Korrespondenz waren (nach einer anf\u00e4nglichen Findungsphase) jedoch augenscheinlich nicht prim\u00e4r die verstandesm\u00e4\u00dfige Bildung und wissenschaftliche Fragen. Vielmehr standen pers\u00f6nliche Themen und zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund. Die Briefe sollten ein Netzwerk zwischen Rudolphi und ihren ehemaligen Sch\u00fclerinnen, aber auch zwischen den Sch\u00fclerinnen untereinander konstituieren. Sie dokumentieren, dass Caroline Rudolphi und Doris Focke geb. Olbers Zeit ihres Lebens eine hierarchische Beziehung f\u00fchrten. Sie bleibt ein Leben lang die Sch\u00fclerin, die Rudolphi ihr Leben lang die Lehrerin, die Erzieherin, die m\u00fctterliche Freundin. Ratschl\u00e4ge werden der einen erteilt, von der anderen gegeben; auch als Doris ihrerseits auf umfangreiche, auch schicksalhafte Lebenserfahrungen zur\u00fcckblicken kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1-651x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4673\" width=\"587\" height=\"924\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1-651x1024.jpeg 651w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1-191x300.jpeg 191w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1-95x150.jpeg 95w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1-768x1209.jpeg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1-976x1536.jpeg 976w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief1_Rudolphi-1301x2048-1.jpeg 1301w\" sizes=\"auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abb. 3:<\/em> <em>Caroline Rudolphi an Doris Olbers, SuUB Bremen, Nachlass Doris Focke, OF VII e 17. Ham, 25.03.1802.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich wird in den Briefen auch die enge Verbindung von Sch\u00fcleralltag, Erziehung und Bildung w\u00e4hrend der Zeit von Doris in Hamm sowie danach. Die Verwobenheit von Schulalltag, Erziehung und Freizeit miteinander erm\u00f6glicht erst, dass die Beziehung ohne gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen nach Doris\u2018 Schulzeit weitergeht. Die Briefe geben damit Einsichten in Lehrerin-Sch\u00fclerin-Verh\u00e4ltnisse, in die Gestaltung der p\u00e4dagogischen Beziehungen, der Frauenbilder, -biographien und die Gestaltung der Geschlechterverh\u00e4ltnisse, insgesamt also in einem weiten Sinne in Selbstpr\u00e4sentationen und Handlungsorientierungen von Lehrerinnen und Sch\u00fclerinnen um 1800. Zentrale Themen des Briefwechsels bilden die bildungshistorischen Netzwerke.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_3877_1('footnote_plugin_reference_3877_1_2');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_3877_1('footnote_plugin_reference_3877_1_2');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_3877_1_2\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">[2]<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_3877_1_2\" class=\"footnote_tooltip\"><\/span><\/span> Caroline Rudolphi ist aufgrund ihres Netzwerkes und ihrer p\u00e4dagogischen T\u00e4tigkeiten auch f\u00fcr die norddeutsche Kulturgeschichte um 1800 au\u00dferordentlich interessant.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe-853x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4666\" width=\"578\" height=\"694\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe-853x1024.jpg 853w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe-250x300.jpg 250w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe-125x150.jpg 125w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe-768x922.jpg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe-1279x1536.jpg 1279w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Brief_Aufgabe.jpg 1486w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abb. 4: Caroline Rudolphi an Doris Focke, SuUB Bremen, Nachlass Doris Focke, OF VII e 11. O.O. [Ham], 04.05.1801. Dem Brief beigegeben ist eine Schulaufgabe f\u00fcr Doris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schriftst\u00fccke des Nachlasses Doris Fockes geb. Olbers in der SuUB Bremen wurden in einem Nachlassverzeichnis je einzeln formal und inhaltlich mit Stichworten erschlossen (vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-MK7GGIJC--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:MK7GGIJC}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Das Nachlassverzeichnis ist online frei zug\u00e4nglich. Alle St\u00fccke des Nachlasses k\u00f6nnen auch im Original nach Terminvereinbarung vor Ort im <em><a href=\"https:\/\/www.suub.uni-bremen.de\/standorte\/zentrale\/handschriftenlesesaal\/\">Handschriftenlesesaal<\/a><\/em> der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Bremen eingesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Link zum Nachlassverzeichnis<\/strong>: <a href=\"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:gbv:46-00105279-12\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:gbv:46-00105279-12<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Beispiele_NL-Verz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4661\" width=\"626\" height=\"449\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Beispiele_NL-Verz.jpg 807w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Beispiele_NL-Verz-300x215.jpg 300w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Beispiele_NL-Verz-150x108.jpg 150w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Beispiele_NL-Verz-768x551.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abb. 5:<\/em> Auszug <em>aus dem Nachlassverzeichnis.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2021 erfolgte auf Anregung der <em>Bibliothek f\u00fcr Bildungsgeschichtliche Forschung<\/em> die Digitalisierung der Korrespondenz zwischen Doris Focke und Caroline Rudolphi. Aus dem Nachlass Doris Fockes geb. Olbers wurde ihr Briefwechsel mit ihrer (ehemaligen) Lehrerin Caroline Rudolphi, die seinerzeit ein \u201eErziehungsinstitut\u201c f\u00fcr junge M\u00e4dchen in Hamm bei Hamburg leitete, digitalisiert.&nbsp; Die Schriftst\u00fccke wurden entsprechend der <em>Praxisregeln Digitalisierung<\/em> der <em>Deutschen Forschungsgemeinschaft<\/em> einschlie\u00dflich aller Leerseiten mit umlaufendem schwarzen Rand gescannt. Im Vorfeld wurden die einzelnen Briefe in der Kalliope-Datenbank nachgewiesen, der zentralen Datenbank f\u00fcr Nachl\u00e4sse und Autographen in Deutschland. Erfasst wurden die bibliographischen Metadaten (Signatur, Titel, Verfasser, Adressat, Umfang, Entstehungsort und Entstehungsdatum). Auch wurde die inhaltliche Erschlie\u00dfung der Einzelschriftst\u00fccke mit Stichworten in Kalliope verf\u00fcgbar gemacht. Im Projekt wurden die Digitalisate mit den Kurztitelaufnahmen der Briefe in der Kalliope-Datenbank verkn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die (gemeinfreien) digitalisierten Dokumente sind im Open Access verf\u00fcgbar und k\u00f6nnen unter der Creative Commons Lizenz Public Domain Mark genutzt werden. In den Digitalen Sammlungen der SuUB Bremen sind die Briefe in der digitalen Sammlung \u201eNachl\u00e4sse und Autographen\u201c integriert. Sie k\u00f6nnen im Browser gelesen oder als PDF heruntergeladen werden. Jedes Dokument ist \u00fcber einen persistenten Identifier (URN) eindeutig und persistent referenzierbar. Ein Suchschlitz erm\u00f6glicht die Suche in Metadaten und Inhaltsstichworten. Eine Kalenderansicht erm\u00f6glicht einen Zugriff \u00fcber Entstehungsdaten der Briefe im Bereich \u201eNachl\u00e4sse und Autographen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kalenderansicht_Nachlaesse_SuUB.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4662\" width=\"654\" height=\"436\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kalenderansicht_Nachlaesse_SuUB.jpg 1007w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kalenderansicht_Nachlaesse_SuUB-300x200.jpg 300w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kalenderansicht_Nachlaesse_SuUB-150x100.jpg 150w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kalenderansicht_Nachlaesse_SuUB-768x513.jpg 768w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Kalenderansicht_Nachlaesse_SuUB-840x560.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 654px) 100vw, 654px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Abb. 6:<\/em> <em>Kalenderansicht des digitalisierten Nachlasses in den Digitalen Sammlungen der SuUB Bremen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><div class=\"speaker-mute footnotes_reference_container\"> <div class=\"footnote_container_prepare\"><p><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_label pointer\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_3877_1();\">Anmerkungen<\/span><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_collapse_button\" style=\"display: none;\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_3877_1();\">[<a id=\"footnote_reference_container_collapse_button_3877_1\">+<\/a>]<\/span><\/p><\/div> <div id=\"footnote_references_container_3877_1\" style=\"\"><table class=\"footnotes_table footnote-reference-container\"><caption class=\"accessibility\">Anmerkungen<\/caption> <tbody> \r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_3877_1('footnote_plugin_tooltip_3877_1_1');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_3877_1_1\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>1<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Dabei wurden, wie zeitgen\u00f6ssisch \u00fcblich, keine Gl\u00fcckw\u00fcnsche verschickt, die am Geburtstag selbst eintreffen sollten, vielmehr wurden die Schreiben an Doris\u2018 Geburtstag, dem 6. Mai, verfasst und an sie geschickt zum Zeichen, dass Rudolphi sich ihrer erinnere.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_3877_1('footnote_plugin_tooltip_3877_1_2');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_3877_1_2\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\">&#8593;<\/span>2<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Zu den Sch\u00fclerinnen vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-ZWYGJVVG--wp3877 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:ZWYGJVVG}', 'format': '%a%, %d%, %p%', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.<\/td><\/tr>\r\n\r\n <\/tbody> <\/table> <\/div><\/div><script type=\"text\/javascript\"> function footnote_expand_reference_container_3877_1() { jQuery('#footnote_references_container_3877_1').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_3877_1').text('\u2212'); 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gefeierte Dichterin und Leiterin eines Erziehungsinstitut f\u00fcr h\u00f6here T\u00f6chter &#8211; und einer ihrer Sch\u00fclerinnen erlauben Einsichten in weibliche Selbst- und Lebensentw\u00fcrfe.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4663,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,15],"tags":[137,138,124,139,140,141],"class_list":["post-3877","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-quellen","category-thematische-sammlung","tag-caroline-rudolphi","tag-doris-olbers-geb-focke","tag-erziehungsinstitut","tag-historische-geschlechterforschung","tag-hoehere-toechterbildung","tag-lehrerin-schuelerin-verhaeltnis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3877"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3877\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4751,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3877\/revisions\/4751"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}