{"id":1285,"date":"2020-09-15T08:48:00","date_gmt":"2020-09-15T06:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/?p=1285"},"modified":"2020-09-16T11:07:07","modified_gmt":"2020-09-16T09:07:07","slug":"bildungsgeschichte-als-quantifizierende-sozialgeschichte-bringing-a-dead-man-back-to-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/index.php\/beitrag\/1285\/","title":{"rendered":"Bildungsgeschichte als quantifizierende Sozialgeschichte: bringing a dead man back to life?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein sozialwissenschaftliches Interesse an historischen Themen institutionalisierte sich im deutschsprachigen Raum bekanntlich (erst) gegen Mitte der 1970er-Jahre. In etwa zur gleichen Zeit wurden auch Fragen nach schulischer Bildung und Chancengleichheit einer zunehmend historischen Betrachtung unterzogen <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-UPE3J9G2--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:UPE3J9G2}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Seitens einer historisch interessierten P\u00e4dagogik wurden ebenfalls Stimmen laut, die eine quellenkritische, struktur- und institutionengeschichtliche Erforschung ihres Feldes einforderten <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-Y6QN8KBV--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:Y6QN8KBV}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Dank dem langen Atem einiger Bildungshistoriker*innen liegen inzwischen 12 B\u00e4nde des <em>Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte<\/em> (DHB) vor. Im Zuge der &#8222;cultural turns&#8220; haben sie sich in einer Nische innerhalb der historischen Bildungsforschung etabliert und dabei zu einer weitl\u00e4ufigen und fundierten Theoriebildung beigetragen. Dar\u00fcber hinaus stellen sie eine thematisch und zeitlich differenzierte und lange nicht ausgesch\u00f6pfte Ressource dar zur Rekonstruktion und Analyse langfristiger Entwicklungen der Schulsysteme in Deutschland. Nichtsdestotrotz: Im Kontext der aufstrebenden Digital Humanities und dem Gerede um Big Data mag die Arbeit an und mit aufw\u00e4ndig inventarisierten historischen Statistiken heute den Eindruck erwecken, als sei sie etwas aus der Zeit gefallen \u2013 als sollte eine quantifizierende Sozialgeschichte f\u00fcr die Untersuchung von Bildung und Schule wiedererweckt werden. Im Nachdenken \u00fcber strukturelle Voraussetzungen von Bildungsprozessen und deren historische Entwicklung herrschte freilich nie Friedhofsruhe. Allerdings zeigt sich gerade als Begleiterscheinung der Digitalisierung erneut der Erkenntniswert des Explizierens von strukturellen Kontexten mittels statistischer Langzeitreihen. Die DHB sind auch heute noch Forschungsinfrastruktur im besten Sinne des Wortes (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/data\/themes\/2\" target=\"_blank\"><strong>zum Gesis-Datenportal Historische Zeitreihen, histat<\/strong><\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel beschreibt die Hintergr\u00fcnde und den aktuellen Stand der DHB, situiert sie in einem internationalen Kontext, bietet einen \u00dcberblick der Inhalte sowie des Zugangs zu den Daten und weist auf das disziplin\u00e4re und erkenntnisspezifische Potenzial dieses umfangreichen Datenkonvoluts hin. Teile der DHB-Daten stehen im Tabellenformat f\u00fcr den Download auf  &#8222;histat&#8220; zur Verf\u00fcgung <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">DHB im Kontext: Statistische Daten und historische Bildungsforschung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die DHB (Stand heute) gliedern sich in 15 avisierte Teilb\u00e4nde (publiziert zwischen 1987\u20132016) und dutzende Teilprojekte, Forschungsverb\u00fcnde und Qualifikationsarbeiten (f\u00fcr eine kurze Entstehungsgeschichte der DHB vgl. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-22PLLMFM--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:22PLLMFM}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Diese bisherigen B\u00e4nde decken einen Untersuchungszeitraum zwischen 1800\u20132009 ab. Mit der Publikation von Band III im Jahr 2016 wurden die geplanten Zeitreihen f\u00fcr die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen. Die B\u00e4nde IV, V und XII sind noch ausstehend, wobei teilweise bereits auch hierzu umfangreiche Publikationen vorgelegt wurden <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-AP5WD5P2--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:AP5WD5P2}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Band<\/th><th>Titel<\/th><th>Jahr<\/th><th>Hrsg.<\/th><\/tr><tr><td>I\/1<\/td><td>Das Hochschulstudium in Preussen und Deutschland 1820\u20131944<\/td><td>1987<\/td><td>H. Titze<br>H.-G. Herrlitz<br>V. M\u00fcller-Benedict<br>A. Nath<\/td><\/tr><tr><td>I\/2<\/td><td>Wachstum und Differenzierung der deutschen Universit\u00e4ten 1830-1945<\/td><td>1995<\/td><td>H. Titze<br>H.-G. Herrlitz<br>V. M\u00fcller-Benedict<br>A. Nath<\/td><\/tr><tr><td>II\/1<\/td><td>Sozialgeschichte und Statistik des Schulsystems in den Staaten des Deutschen Reiches 1800-1945<\/td><td>1987<\/td><td>D.K M\u00fcller<br>B. Zymek<\/td><\/tr><tr><td>II\/2<\/td><td>Regionale Differenzierung und gesamtstaatliche Systembildung. Preu\u00dfen und seine Provinzen \u2013 Deutsches Reich und seine Staaten 1800-1945<\/td><td>2003<\/td><td>U.G. Herrmann<br>D.K. M\u00fcller<\/td><\/tr><tr><td>II\/3<\/td><td>Sozialgeschichte und Statistik des M\u00e4dchenschulwesens in den deutschen Staaten 1800-1945<\/td><td>2005<\/td><td>B. Zymek<br>G. Neghabian<br>L. Ziob<\/td><\/tr><tr><td>III<\/td><td>Differenzierung und Integration der niederen Schulen in Deutschland 1800-1945<\/td><td>2016<\/td><td>A. Nath<br>H. Titze<\/td><\/tr><tr><td>IV<\/td><td>Das berufsbildende Schulsystem in Deutschland 1815-1945<\/td><td>n.v.<\/td><td>K. Harney<br>U.G. Herrmann<br>J. Gro\u00dfwinkelmann<\/td><\/tr><tr><td>V<\/td><td>Lehrergenerationen im Bildungswachstum. Lehrer an niederen und h\u00f6heren Schulen in Deutschland 1800-1945<\/td><td>n.v.<\/td><td>H. Titze<br>A. Nath<\/td><\/tr><tr><td>VI<\/td><td>Akademische Karrieren in Preu\u00dfen und Deutschland 1850-1940<\/td><td>2008<\/td><td>V. M\u00fcller-Benedict<br>J. Jan\u00dfen<br>T. Sander<\/td><\/tr><tr><td>VII<\/td><td>Allgemein bildende Schulen in der Bundesrepublik Deutschland 1949-2000<\/td><td>2014<\/td><td>H. K\u00f6hler<br>P. Lundgreen<br>T. Rochow<br>J. Schallmann<\/td><\/tr><tr><td>VIII<\/td><td>Berufliche Schulen und Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland 1949-2001<\/td><td>2008<\/td><td>P. Lundgreen<br>J. Scheunemann<br>G. Schwibbe<\/td><\/tr><tr><td>IX<\/td><td>Schulen und Hochschulen in der Deutschen Demokratischen Republik 1949-1989<\/td><td>2008<\/td><td>H. K\u00f6hler<br>T. Rochow<\/td><\/tr><tr><td>X<\/td><td>Das Personal an den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland 1953-2005<\/td><td>2009<\/td><td>P. Lundgreen<br>G. Schwibbe<br>J. Schallmann<\/td><\/tr><tr><td>XI<\/td><td>Die Lehrer an den Schulen in der Bundesrepublik Deutschland 1949-2009<\/td><td>2013<\/td><td>P. Lundgreen<br>J. Schallmann<\/td><\/tr><tr><td>XII<\/td><td>Regionale Schulentwicklung in Berlin und Brandenburg<\/td><td>n.v.<\/td><td>P. Drewek<br>A. Huschner<br>R. Ejury<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Tab. 1: bislang erschienene DHB, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p>Dass der j\u00fcngste Band erst mit zehn Jahren Versp\u00e4tung erscheinen konnte, weist auf die Komplexit\u00e4t des Gegenstands hin. Die zentrale Herausforderung besteht in der Herstellung von Vergleichbarkeit statistischer Daten zwischen den sich best\u00e4ndig wandelnden bildungspolitischen R\u00e4umen, Institutionen und statistischen Praktiken. Das Ergebnis muss homogen genug sein, um uns heute einen \u00dcberblick zu erm\u00f6glichen und darf gleichzeitig die quellenkritischen Elemente der Entstehungskontexte dieser Daten nicht vernachl\u00e4ssigen. Diese minuti\u00f6se und systematische Aufbereitung und Dokumentation inhaltlich und materiell h\u00f6chst heterogenen Quellenmaterials bietet die Grundlage f\u00fcr diese Forschungsinfrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der zeitlichen Distanz von \u00fcber 40 Jahren seit dem ersten, von der DFG finanzierten DHB-Projekt (&#8222;Qualifikationskrisen und Strukturwandel des Bildungssystems&#8220; &#8211; QUAKRI, 1977-1981), will ich die Entwicklungsgeschichte der DHB in drei Phasen gliedern: In einer <em>Explorationsphase<\/em> zwischen Mitte der 1970er- und Mitte der 1990er-Jahre wurden die drei ersten B\u00e4nde publiziert, zwei im Jahr 1987 und einer 1995. Eine Weiterentwicklung dieser Publikationen zu einer umfassenden Reihe war damals noch nicht angelegt. Eine Gesamt\u00fcbersicht zur (geplanten) DHB-Reihe wird erst seit dem Jahr 2008 publiziert. Inhaltlich bearbeitet wurde in dieser ersten Phase insbesondere die Entwicklung der h\u00f6heren Schulen und Universit\u00e4ten f\u00fcr den Zeitraum bis 1945. In einer zweiten <em>Koordinationsphase<\/em> wurden ab 1998 durch Beteiligte der Universit\u00e4ten Bochum, Flensburg, G\u00f6ttingen, L\u00fcneburg, sowie dem MPI in Berlin bei der DFG gezielt Forschungsgelder f\u00fcr eine Vervollst\u00e4ndigung der DHB eingeworben. Zwischen 2003 und 2009 erschienen nicht weniger als 6 B\u00e4nde und damit ein gro\u00dfer Teil der Datens\u00e4tze im Rahmen der DHB. Die Zeit ab 2010 l\u00e4sst sich als <em>Erg\u00e4nzungsphase<\/em> verstehen. Sie dauert bis heute an und zeichnet sich durch punktuelle Fertigstellung der verbleibenden B\u00e4nde aus. Gleichzeitig f\u00e4llt in diese Dekade auch die Emeritierung oder das Ableben von zentralen Protagonisten der DHB.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die im internationalen Vergleich viel konstatierte Versp\u00e4tung einer interdisziplin\u00e4ren, quantifizierenden (Bildungs-)Geschichte im deutsch-sprachigen Raum folgte mit den DHB eine ad\u00e4quate Antwort. Zwar wurden auch beispielsweise f\u00fcr die USA <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-92HQ973X--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:92HQ973X}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, f\u00fcr Frankreich <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-KXLXRU3P--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:KXLXRU3P}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, f\u00fcr Belgien <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-PY2U5AJU--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:PY2U5AJU}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, f\u00fcr \u00d6sterreich <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-DGWA29R6--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:DGWA29R6}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> oder f\u00fcr die Schweiz <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-7UAI6VEJ--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:7UAI6VEJ}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> bildungsstatistische Datens\u00e4tze aufbereitet und ausgewertet. Allein, ein so umfangreiches und gut dokumentiertes Infrastrukturprojekt wie die DHB ist im internationalen Vergleich f\u00fcr die Bildungsgeschichte einzigartig. Das gilt insbesondere auch f\u00fcr die Nachnutzbarkeit der publizierten statistischen Daten, die im Rahmen der DHB bereits vergleichsweise fr\u00fch in digitaler Form zug\u00e4nglich gemacht wurden. Eine Ausnahme stellt ein Projekt zur Inventarisierung schulstatistischer Langzeitreihen f\u00fcr die Schweiz dar, dass seit 2010 lanciert wurde und bis in die Gegenwart fortbesteht (<a href=\"http:\/\/www.bildungsgeschichte.uzh.ch\/de.html\"><strong>www.bildungsgeschichte.uzh.ch\/de.html<\/strong><\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">DHB-Datenbeispiel: Die langen Wellen des Bildungswachstums<\/h3>\n\n\n<div id=\"pl-gb1285-69d2536bbac38\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-gb1285-69d2536bbac38-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-gb1285-69d2536bbac38-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-gb1285-69d2536bbac38-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_media_image panel-first-child\" data-index=\"0\" ><div style=\"width: 811px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"801\" height=\"491\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-1.png\" class=\"image wp-image-1322  attachment-full size-full\" alt=\"Grafik Lehrerinnen h\u00f6herer Lehranstalten in Preu\u00dfen\" style=\"max-width: 100%; height: auto;\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-1.png 801w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-1-300x184.png 300w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-1-150x92.png 150w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-1-768x471.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 801px) 100vw, 801px\" \/><p class=\"wp-caption-text\">M\u00fcller-Benedict, Volker et al. (2008), Akademische Karrieren in Preu\u00dfen und Deutschland 1850-1945. Bestand H\u00f6heres Lehramt, Preu\u00dfen (Tab. 4.2.1 &#8211; 4.2.4), GESIS Data Archive, Cologne. ZA8274. https:\/\/doi.org\/10.4232\/1.8274; https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/table\/details\/ff62607eccdaaae1a7807e69f0c1e225<\/p><\/div><\/div><div id=\"panel-gb1285-69d2536bbac38-0-0-1\" class=\"so-panel widget widget_media_image panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div style=\"width: 812px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"802\" height=\"492\" src=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen.png\" class=\"image wp-image-1321  attachment-full size-full\" alt=\"Grafik Lehrer h\u00f6herer Lehranstalten in Preu\u00dfen\" style=\"max-width: 100%; height: auto;\" srcset=\"https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen.png 802w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-300x184.png 300w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-150x92.png 150w, https:\/\/bildungsgeschichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/lehrerinnen-768x471.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 802px) 100vw, 802px\" \/><p class=\"wp-caption-text\">M\u00fcller-Benedict, Volker et al. (2008), Akademische Karrieren in Preu\u00dfen und Deutschland 1850-1945. Bestand H\u00f6heres Lehramt, Preu\u00dfen (Tab. 4.2.1 &#8211; 4.2.4), GESIS Data Archive, Cologne. ZA8274. https:\/\/doi.org\/10.4232\/1.8274; https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/table\/details\/ff62607eccdaaae1a7807e69f0c1e225<\/p><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n<p>Abb. 1 &amp; 2: Die langen Wellen des Bildungswachstums. Darstellung aus dem DHB IV, Grafiken generiert von histat<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Inhalte, Daten, Zugang, Grenzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Obwohl die Protagonisten des DHB immer wieder von &#8222;Gro\u00dfforschung&#8220; gesprochen haben (z.B. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-22PLLMFM--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '6', 'items': '{2445049:22PLLMFM}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>): die DHB waren kein generalstabsm\u00e4\u00dfig orchestriertes Projekt. Vielmehr spiegeln sich darin die Interessen und Themenschwerpunkte ganz unterschiedlicher Forschender im Verlaufe der letzten vier Jahrzehnte wider. Die DHB vereinen ganz unterschiedliche Bildungsstufen, Zeitr\u00e4ume, politische Ebenen sowie diverse statistische Kategorien mit unterschiedlichem Differenzierungsgraden. Das ist angesichts der Quellenlage und der Gr\u00f6\u00dfe des Unterfangens nicht nur ein notwendiges \u00dcbel, sondern ein deutlicher Mehrwert. Es ist ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr die Forschung, dass nicht auf die Erschlie\u00dfung von detaillierten und koh\u00e4renten Daten in einem politischen oder schulischen Kontext verzichtet wurde, nur weil diese in einem anderen Bereich nicht zug\u00e4nglich sind (z.B. Daten zu sozio-\u00f6konomischem Status, Geschlecht, regionale Differenzierungen, usw.). Welche Daten f\u00fcr welche Fragestellung Verwendung finden k\u00f6nnen, diese Arbeit der Kontextualisierung und der Interpretation bleibt schlie\u00dflich zentrale Denkaufgabe der informierten Bildungshistorikerin. Um diese analytische Arbeit zu erleichtert, weisen die DHB einige entscheidende Gemeinsamkeiten auf. Am wichtigsten ist sicherlich der Umstand, dass alle B\u00e4nde die f\u00fcr sie relevanten normativen Entwicklungen der Schulsysteme aufbereitet und kommentiert haben. \u00dcber eine lange Zeit betrachtet k\u00f6nnen die statistischen Daten einzelner Schulen und Schultypen nicht miteinander verglichen werden ohne ad\u00e4quates Wissen betreffend deren Charakter an einem bestimmen Ort und zu einer bestimmten Zeit. Bereits die sich seit 1800 h\u00e4ufig ver\u00e4ndernden politischen Grenzen und deren unterschiedliche Schulsysteme stellen f\u00fcr die Aggregation von \u00fcber die Zeit vergleichbarer Datenreihen eine gro\u00dfe Herausforderung dar. Dieses institutionenhistorische Wissen zu erarbeiten steht in Aufwand und Ertrag der Arbeit an den statistischen Daten wohl in nichts nach. Umso sch\u00f6ner, dass alle DHB sich dieser Arbeit am Kontext angenommen haben. Eine weitere zentrale Gemeinsamkeit der gedruckten DHB liegt darin, dass sie nicht nur Datenreihen publizieren, sondern diese punktuell auch auswerten und damit deren Wert f\u00fcr die historische und erziehungswissenschaftliche Theoriebildung unterstreichen. Diese formale Gemeinsamkeit spiegelt inhaltlich gleichzeitig eine rege Debatte wider (f\u00fcr kurze inhaltliche Zusammenfassungen der einzelnen B\u00e4nde sowie die Beschreibung der theoriebildenden Debatte im Wandel der Zeit siehe: <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-D2DA2XG7--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:D2DA2XG7}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>).<\/p>\n\n\n\n<p>Das &#8222;GESIS \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften&#8220; stellt \u00fcber die Datenbank &#8222;HISTAT&#8220; die meisten Datens\u00e4tze der DHB nach einmaliger Anmeldung kostenlos zur Verf\u00fcgung (<a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/<\/a>). Der Zugriff auf die Datens\u00e4tze ist m\u00f6glich \u00fcber html-formatierte Tabellen. Gleichzeitig k\u00f6nnen Zeitreihen individuell kombiniert, daraus eigene Diagramme erstellt und diese als Tabellen (in Excel oder als *.csv-Dateien) heruntergeladen werden. Die publizierten Werte entsprechen in der Regel absoluten Zahlen und sind strukturiert nach zeitlichen und nach inhaltlichen Kategorien. Die Datens\u00e4tze sind entsprechend einfach und ohne umfangreiche statistische oder technische Vorkenntnisse nutzbar \u2013 von der Ausz\u00e4hlung von H\u00e4ufigkeiten f\u00fcr unterschiedliche Informationsbed\u00fcrfnisse, \u00fcber die Hochschullehre, bis hin zu elaborierten quantitativen Analysen. Die Metadaten sind als DDI-XML verf\u00fcgbar. Nicht digital erschlossen wurde Band II \/ 3 (M\u00e4dchenschulwesen) auf Grund der nicht kompatiblen Datenstruktur sowie die nach 2015 publizierten B\u00e4nde, deren Integration (oder Publikation) noch aussteht. Daneben finden sich auch inhaltliche Diskrepanzen zwischen den beiden Publikationsformaten. Gewisse Datenreihen sind nur gedruckt, andere nur digital zug\u00e4nglich, wobei das Feststellen dieser Diskrepanz jeweils bei der Nutzung einzelner Datenkorpora geleistet werden muss. Auf das Jahr 2021 ist eine Migration s\u00e4mtlicher Daten des DHB in ein anderes Repositorium geplant. Hierbei zeigen sich weniger die Probleme der DHB, sondern vielmehr des Umgangs der Geistes- und Sozialwissenschaften mit digitalen Datens\u00e4tzen und die damit verbunden Fragen nach technischen Standards, der m\u00f6glichen Inkompatibilit\u00e4t von Datenbankstrukturen unterschiedlicher Projekte und der Langzeitspeicherung und Persistenz komplexer Datenbanken. Dass die Daten des letzten DHB im Jahr 2016 nur in Druckversion und als CD-Rom publiziert wurden \u2013 und nicht als Teil eines digitalen Repositoriums \u2013 steht exemplarisch f\u00fcr diese nach wie vor andauernde Suchbewegung innerhalb der Digital Humanities.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Online verf\u00fcgbare DHB-Daten<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Band<\/th><th>Gesis<\/th><th>Link<\/th><\/tr><tr><td>I\/1 &amp; I\/2<\/td><td>ZA 8142<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/2<\/a><\/td><\/tr><tr><td>II\/1<\/td><td>ZA 8240<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/484AA6A216F46A7F51F9F6903BF208E2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/484AA6A216F46A7F51F9F6903BF208E2<\/a><\/td><\/tr><tr><td>II\/2<\/td><td>ZA 8478<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/BC376477C87A4511A92AB08310739F8D\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/BC376477C87A4511A92AB08310739F8D<\/a><\/td><\/tr><tr><td>II\/3<\/td><td>n.V.<\/td><td>Datens\u00e4\u0084tze nicht mit Gesis kompatibel<\/td><\/tr><tr><td>III<\/td><td>n.V.<\/td><td>Aus Kostengr\u00fc\u0081nden nicht in Gesis erschlossen<\/td><\/tr><tr><td>IV<\/td><td>n.V.<\/td><td>Das DHB ist noch nicht erschienen<\/td><\/tr><tr><td>V<\/td><td>n.V.<\/td><td>Das DHB ist noch nicht erschienen<\/td><\/tr><tr><td>VI<\/td><td>ZA 8274<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/bf0937fcb05b460e447a0bea7537218a\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/bf0937fcb05b460e447a0bea7537218a<\/a><\/td><\/tr><tr><td>VII<\/td><td>ZA 8570<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/8F1AA269FF934FEC3762415BE89DDA5A\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/8F1AA269FF934FEC3762415BE89DDA5A<\/a><\/td><\/tr><tr><td>VIII<\/td><td>ZA 8201<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/d2441e8d20a05d8b31bb73351af34df7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/d2441e8d20a05d8b31bb73351af34df7<\/a><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>ZA 8202<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/384f7375b8625eaefe7e266c9c277fda\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/384f7375b8625eaefe7e266c9c277fda<\/a><\/td><\/tr><tr><td>IX<\/td><td>ZA 8381<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/18E3DC45FC8F4853849EAE98165A040D\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/18E3DC45FC8F4853849EAE98165A040D<\/a><\/td><\/tr><tr><td>X<\/td><td>ZA 8380<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/c8757205f63ce5e9f2d836e3f276ac3e\">https:\/\/hist<\/a><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/c8757205f63ce5e9f2d836e3f276ac3e\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">a<\/a><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/c8757205f63ce5e9f2d836e3f276ac3e\">t.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/c8757205f63ce5e9f2d836e3f276ac3e<\/a><\/td><\/tr><tr><td>XI<\/td><td>ZA 8550<\/td><td><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/5c22e8fb0b1dc69c9789b906bcd9c96f\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/project\/details\/5c22e8fb0b1dc69c9789b906bcd9c96f<\/a><\/td><\/tr><tr><td>XII<\/td><td>n.V.<\/td><td>Das DHB ist noch nicht erschienen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Tab. 2: Online zug\u00e4ngliche Datens\u00e4tze der DHB, eigene Darstellung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherige Nachnutzung der Daten des DHB in der akademischen Forschung oder der Ressortforschung zu bestimmen, ist alles andere als trivial. Daf\u00fcr kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass insbesondere zu Fragen der Hochschulentwicklung, zu regionalen Entwicklungen oder zum Verh\u00e4ltnis von Wirtschaftswachstum und Bildungsexpansion unterschiedliche (individuelle) Forschungsprojekte auf statistischer Grundlage durchgef\u00fchrt wurden. Diese weisen zus\u00e4tzlich auf das erkenntnistheoretische, disziplin\u00e4re Potenzial dieser Datens\u00e4tze hin und haben stellenweise auch \u00fcber die DHB hinaus weitere Langzeitdaten zur Bildungsgeschichte zug\u00e4nglich gemacht (f\u00fcr eine gute \u00dcbersicht siehe: <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-D2DA2XG7--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '347-352', 'items': '{2445049:D2DA2XG7}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> ). Gleichzeitig werden hier auch Desiderate deutlich, wie beispielsweise auf historisch-statistischer Grundlage beruhende international vergleichende Studien oder die Thematisierung des vorschulischen Bereichs.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zeitlos oder aus der Zeit gefallen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die DHB bieten \u2013 auch im internationalen Vergleich \u2013 eine hervorragende Infrastruktur zur historischen Erforschung der Schulgeschichte auf quantitativer Grundlage. Die Initialz\u00fcndung zum Aufbau dieser Infrastruktur stammte zwar aus den 1970er-Jahren. Der gro\u00dfe Teil der Arbeit wurde hingegen in der ersten Dekade des 21.Jahrhunderts durchgef\u00fchrt. W\u00e4hrend sich die Geschichtswissenschaft im Nachgang an die &#8222;cultural turns&#8220; vor allem f\u00fcr die Dekonstruktion statistischer Argumentationsweisen <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-ENGZSXEQ--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:ENGZSXEQ}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> und folglich eine &#8222;Kulturgeschichte der Statistik&#8220; <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-99H7QSFM--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:99H7QSFM}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> interessierte, haben einige unerschrockene Forschungsgruppen in der BRD weiterhin historische Zahlenreihen inventarisiert und kommentiert. Vielleicht hat ihre disziplin\u00e4re Verortung in der Erziehungswissenschaft, mit ihrer Affinit\u00e4t f\u00fcr die Quantifizierung sozialer Sachverhalte, ihren Beitrag dazu geleistet. Schlie\u00dflich haben sich die Anspr\u00fcche der DHB nie auf die Darbietung von Forschungsinfrastruktur beschr\u00e4nkt. Sie wollten auch erziehungswissenschaftliche Hypothesen pr\u00fcfen k\u00f6nnen. Denn: &#8222;Nur mit den langen Zeitreihen von \u00fcber 200 Jahren ist es m\u00f6glich geworden, der Tiefenstruktur und Tiefendynamik des Bildungssystems, den Langen Wellen des Bildungswachstums \u2013 also Konjunkturen <em>und <\/em>Trends \u2013 auf die Spur zu kommen [\u2026].&#8220; <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-KHNKLKA6--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:KHNKLKA6}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz wirkten die DHB gerade w\u00e4hrend ihrer aktivsten Phase, als seien sie etwas aus der Zeit gefallen. Heinz-Elmar Tenorth <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-JVB2ZJLL--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '136', 'items': '{2445049:JVB2ZJLL}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span> meinte gar ein &#8222;Desinteresse&#8220; der Bildungsgeschichte f\u00fcr &#8222;serielle Daten und quantifizierende Analysen\u201c feststellen zu k\u00f6nnen. Sein Zuruf &#8222;Verachtet die Zahlen nicht!&#8220; <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-JVB2ZJLL--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': '143', 'items': '{2445049:JVB2ZJLL}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, scheint in den letzten Jahren tats\u00e4chlich einen gewissen Widerhall zu finden. Die Erneuerung einer &#8222;Gesellschaftsgeschichte&#8220;, die von kultur- und mikrohistorischen Perspektiven ausgeht, einen methodologischen Nationalismus vermeiden will und gleichzeitig die Sozialstrukturen als erm\u00f6glichende und begrenzende Rahmenbedingungen von Handlungsoptionen ernst nimmt, f\u00fchrt in j\u00fcngster Zeit wieder zu innovativen und engagierten Forschungsprojekten (j\u00fcngst z.B. <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-GAKQ7ZCG--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:GAKQ7ZCG}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>). Die Vermittlung zwischen &#8222;Texten und Zahlen&#8220; ist gerade vor dem Paradox einer fortbestehenden Zur\u00fcckhaltung und Skepsis vieler Historiker*innen in der bewussten Nutzung von Zahlen als Quellen, bei einer gleichzeitig immer besseren Verf\u00fcgbarkeit quantitativer Daten im Zuge der Digitalisierung, ein hoch aktuelles methodologisches Kernproblem historischer Forschung <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-QVU7CFTG--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:QVU7CFTG}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>. Der Daten- und Digitalisierungsoptimismus geht teilweise \u00fcber Geb\u00fchr weit. Die Vorstellung, dass sich Forschende die Auseinandersetzung mit den Quellen dank dieser Datensammlung ersparen k\u00f6nnen, weil mit der &#8222;Power of Big Data&#8220; jede Analyse im digitalen Raum m\u00f6glich werde <span class=\"zp-InText-zp-ID--2445049-D2DA2XG7--wp1285 zp-InText-Citation loading\" rel=\"{ 'pages': 'np', 'items': '{2445049:D2DA2XG7}', 'format': '(%a%, %d%, %p%)', 'brackets': '', 'etal': '', 'separator': '', 'and': '' }\"><\/span>, verkennt die klaren Grenzen solcher statistischer Zeitreihen. Solche Zeitreihen beschreiben eben gerade nicht Big Data, sondern hochgradig durch die Interessen und Vorstellungen einzelner Forschender organisierte Daten. Grundlage jedes dieser Datenhandb\u00fccher sind unz\u00e4hlige Entscheidungen der Forschenden, welche Daten wie zu kombinieren, zu aggregieren oder zu vernachl\u00e4ssigen sind. Bei allen Chancen, die mit der bildungshistorischen Arbeit an langen Zeitreihen verbunden sind: wir sollten nicht in die Falle eines Datenoptimismus zur\u00fcckfallen, als h\u00e4tte es die post-modernen Reflexionen \u00fcber die gesellschaftliche Konstruiertheit von Statistik nie gegeben. Die Herausforderung f\u00fcr einen klugen Umgang der Bildungsgeschichte mit Statistik, Zahlen und digitalen Daten besteht daher am ehesten in einer Verbindung von empirischem Arbeiten an gro\u00dfen, mitunter quantitativen Quellenbest\u00e4nden mit einer klugen Kritik an deren Herstellungs-, Tradierungs- und Verwendungsbedingungen. Eine historische Bildungsforschung, die sich mit den Entwicklungsbedingungen der Schulstatistik auskennt und sich auf Grundlage einer kontextsensitiven Inventarisierung statistischer Langzeitdaten wieder vermehrt mit Strukturfragen befasst, hat in diesem Sinne sowohl der Geschichts- als auch der Erziehungswissenschaft einiges zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>DHB-Online-Ressourcen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/data\/themes\/2\">https:\/\/histat.gesis.org\/histat\/de\/data\/themes\/2<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>DHB-Druckausgabe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dartenne, Corinna M. 2016. <em>Differenzierung und Integration der niederen Schulen in Deutschland 1800-1945<\/em>. Herausgegeben von Axel Nath und Hartmut Titze. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte, Band 3. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Herrmann, Ulrich, und Detlef K. M\u00fcller. 2003. <em>Regionale Differenzierung und gesamtstaatliche Systembildung: Preu\u00dfen und seine Provinzen &#8211; Deutsches Reich und seine Staaten 1800 &#8211; 1945<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte Bd. 2, H\u00f6here und mittlere Schulen 2. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6hler, Helmut. 2008. <em>Schulen und Hochschulen in der Deutschen Demokratischen Republik 1949 &#8211; 1989<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte 9. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6hler, Helmut, und Peter Lundgreen. 2014. <em>Allgemein bildende Schulen in der Bundesrepublik Deutschland 1949 &#8211; 2010<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte, Bd. 7. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Lundgreen, Peter. 2009. <em>Das Personal an den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland 1953 &#8211; 2005<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte 10. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Lundgreen, Peter, und J\u00fcrgen Schallmann. 2013. <em>Die Lehrer an den Schulen in der Bundesrepublik Deutschland 1949 &#8211; 2009<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte, Bd. 11. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Lundgreen, Peter, und Jana Scheunemann. 2008. <em>Berufliche Schulen und Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland 1949 &#8211; 2001<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte 8. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcller, Detlef K., und Bernd Zymek. 1987. <em>Sozialgeschichte und Statistik des Schulsystems in den Staaten des Deutschen Reiches 1800 &#8211; 1945<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte Bd. 2, H\u00f6here und mittlere Schulen 1. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcller-Benedict, Volker, Tobias Sander, und J\u00f6rg Jan\u00dfen. 2008. <em>Akademische Karrieren in Preu\u00dfen und Deutschland 1850 -1940<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte 6. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Titze, Hartmut. 1995. <em>Wachstum und Differenzierung der deutschen Universit\u00e4ten 1830 &#8211; 1945<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte Bd. 1, Hochschulen 2. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Titze, Hartmut, und Hans-Georg Herrlitz. 1987. <em>Das Hochschulstudium in Preu\u00dfen und Deutschland 1820 &#8211; 1944<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte Bd. 1, Hochschulen 1. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zymek, Bernd, und Gabriele Neghabian. 2005. <em>Sozialgeschichte und Statistik des M\u00e4dchenschulwesens in den deutschen Staaten 1800 &#8211; 1945<\/em>. Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte Bd. 2, H\u00f6here und mittlere Schulen 3. G\u00f6ttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In diesem Artikel verwendete Literatur&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/h2>\n\n\n\n\n<div id='zp-InTextBib-zotpress-3d5bba85cd5d65fcd310b7e69dd128f9' class='zp-Zotpress zp-Zotpress-InTextBib wp-block-group zp-Post-1285'>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ITEM_KEY ZP_ATTR\">{2445049:UPE3J9G2};{2445049:Y6QN8KBV};{2445049:22PLLMFM};{2445049:AP5WD5P2};{2445049:92HQ973X};{2445049:KXLXRU3P};{2445049:PY2U5AJU};{2445049:DGWA29R6};{2445049:7UAI6VEJ};{2445049:22PLLMFM};{2445049:D2DA2XG7};{2445049:D2DA2XG7};{2445049:ENGZSXEQ};{2445049:99H7QSFM};{2445049:KHNKLKA6};{2445049:JVB2ZJLL};{2445049:JVB2ZJLL};{2445049:GAKQ7ZCG};{2445049:QVU7CFTG};{2445049:D2DA2XG7}<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_STYLE ZP_ATTR\">apa<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SORTBY ZP_ATTR\">creator<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ORDER ZP_ATTR\">asc<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_TITLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWIMAGE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_SHOWTAGS ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_DOWNLOADABLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_NOTES ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_ABSTRACT ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_CITEABLE ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_TARGET ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_URLWRAP ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_FORCENUM ZP_ATTR\">0<\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_HIGHLIGHT ZP_ATTR\"><\/span>\r\n\t\t<span class=\"ZP_POSTID ZP_ATTR\">1285<\/span><div class='zp-List loading'>\n<div class=\"zp-SEO-Content\"><\/div><!-- .zp-zp-SEO-Content -->\n<\/div><!-- .zp-List --><\/div><!--.zp-Zotpress-->\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte (DHB) ist eine wichtige Ressource f\u00fcr die Forschung. 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